Mittwoch, 20. August 2025

Bauhauptgewerbe zwischen Auftragsboom, Sozialnot und Realitätsverlust – Sicht des Bündnis Sahra Wagenknecht

 

Bauhauptgewerbe zwischen Auftragsboom, Sozialnot und Realitätsverlust – Sicht des Bündnis Sahra Wagenknecht

Die aktuellen Daten aus dem rheinland‑pfälzischen Bauhauptgewerbe im Juni 2025 offenbaren ein widersprüchliches Bild: Auftragseingänge steigen kräftig, gleichzeitig sinken die Umsätze. Doch während politisch aufgetrumpft wird, fällt im sozialen Wohnungsbau die Staats‑ und Wohnungsmarkt‑Realität gnadenlos auf die Füße.

Auftragslage mit Schattenseiten!

Im Juni 2025 legte das Ordervolumen kalender‑ und saisonbereinigt um satte 30 % zu – und das trotz schrumpfender Nachfrage im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Tiefbau. Doch der Umsatz sank gleichzeitig um 6,1 % gegenüber dem Vormonat. Die drastischen Kontraste zwischen Auftrag und Umsetzung sind besonders eklatant im öffentlichen Hochbau: Hier stiegen die Aufträge um 145 %, während die Umsätze um 23 % einbrachen.

Wohnungsbau: Umsätze oben, Aufträge unten – ein Skandal im Zeichen der Wohnungsnot

Im Wohnungsbau zeigt sich ein beunruhigendes Bild: Die Umsätze stiegen um 4,9 %, aber die Auftragseingänge fielen um 21 %. In Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum dringend gebraucht wird, ist das ein Armutszeugnis für die Politik.

Parallel dazu ist der soziale Wohnungsbau in Rheinland‑Pfalz in Gefahr – trotz reger Fördermittel. So flossen bis inklusive 2023 insgesamt rund 2,116 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau; allein im letzten Jahr wurden nur 2.961 Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von 462,8 Millionen Euro realisiert. Zu langsam, zu wenig ? Das sehen wi auch so!

Doch diese Förderleistungen treffen auf einen desolaten Bedarf: In Rheinland‑Pfalz fehlen laut aktueller Studie 28.287 Sozialwohnungen, über 00 alleine in Frankenthal. Eine dramatische Bilanz. Dass Bund und Länder im Jahr 2023 nahezu 21 Milliarden Euro für Unterkunftskosten zahlten – aber nur 4 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau investierten – macht diese Schieflage überschaubar deutlich  .

Tiefbau: Unverbindlicher Förderbonus statt klarer Infrastrukturstrategie?

Während der gewerbliche Tiefbau ein Auftragsplus von 309 % verbuchen konnte, brach der Straßenbau um über 54 % ein. Das zeigt ein Flickwerk von Förderungen, aber ohne kohärente Infrastrukturplanung.

„Die Bundesregierung schmeißt Fördermittel wie Konfetti, ohne einen langfristigen Infrastrukturplan“, kritisierte Schwarzendahl schon 2018. „Kein Kilometer Straße wird verlässlich gebaut, kein öffentliches Projekt planbar modernisiert.“

Fazit: Symbolpolitik reicht nicht – soziale Baupolitik muss her!

Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt hier zu einem klaren Ergebnis:
Aufträge allein lösen keine Krise. Entscheidend ist, dass sie verlässlich finanziert, planbar umgesetzt und vor allem gesellschaftlich sinnvoll sind.
Sozialer Wohnungsbau darf nicht bloße Zahlenkosmetik sein. Er muss bedarfsorientiert ausgeweitet und dauerhaft finanziert werden – statt laufend Wohnungsnot zu kaschieren.
Staat sollte wieder starker Bauherr werden. Für sozialen Wohnraum, Schulen, Krankenhäuser und eine klima-gerechte Infrastruktur, die dem Gemeinwohl dient – nicht dem Renditeinteresse.

„Wir brauchen einen Baupakt für die Menschen – nicht für Investoren“, so Schwarzendahl. „Die rheinlandpfälzische Ampel-Regierung feiert sich für Statistiken, die in der Realität nichts bedeuten. Symbolpolitik, ausgetragen auf dem Rücken von Bauarbeitern, Betrieben und Mieterinnen.“

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