Freitag, 30. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 30.10.1989


Liebe Leser,

wusstet ihr das? Das heutige historische Datum des 30. Oktober 1989 markiert den Tag, an dem das DDR-Fernsehen nach fast drei Jahrzehnten die politische Propagandasendung "Der schwarze Kanal" einstellte und damit das angeblich offizielle Ende einer Ära staatlich verordneter Meinungsmache besiegelte. Wenn wir heute, Jahrzehnte nach diesem geschichtsträchtigen Datum behaupten, die Sendung habe durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) im Grunde „niemals aufgehört“, haben wir Recht! Wir nutzen sie diesen geschichtlichen Wendepunkt als scharfe Metapher für eine Kontinuität in der Bürgerbeeinflussung durch das moderne erzwungene Gebührenfernsehen. Der Jahrestag oder der Verweis auf das Datum der Absetzung dient in medienkritischen Debatten häufig als symbolischer Bezugspunkt, um über eine als einseitig, belehrend oder regierungsnahe Berichterstattung von ARD, ZDF und Deutschlandradio zum Ausdruck zu bringen. Die Existenz dieses staatliche Propagandabedürfnis Herrschender berührt dabei tief sitzende Konflikte über den gesellschaftlichen Auftrag, die Finanzierung und die politische Ausgewogenheit der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft. Aus einer medienwissenschaftlichen und historischen Perspektive greift der direkte Vergleich mit der Medienlenkung der SED jedoch zu kurz, da sich die strukturellen, technologischen und rechtlichen Rahmenbedingungen seit dem Herbst 1989 fundamental gewandelt haben. Nicht zuletzt weil das Weltnetz die Möglichkeit auf freien, alternative und überregionale Medien erst ermöglicht hat.

Im Zentrum der Kritik steht die Feststellung, dass journalistische Beiträge im gebührenfinanzierten Rundfunk die Grenze zwischen neutraler Information und persönlicher Wertung verwischen, ganz ähnlich wie es Karl-Eduard von Schnitzler bis zu jenem 30. Oktober tat, wenn auch mit subtileren Methoden. Statt gesellschaftliche Debatten wertfrei abzubilden, wird dem Zuschauer nach Ansicht kritischer Stimmen heute oft eine moralisch „richtige“ Haltung suggeriert. Die sogenannte "Einordnung". Themen wie die überflüssige Gendersprache, eine kontrollierte Migrationspolitik oder der sogenannte Klimawandel sind in diesen Debatten häufige Beispiele für eine belehrende Tonalität, die keinen ausreichenden Raum für abweichende, konservative oder marktliberale Perspektiven zulassen. Diese wecken Erinnerungen an die dogmatische Belehrung des alten Staatsfernsehens vor der Wende. Ein wesentlicher Katalysator für das Fehlverhalten des ÖRR sind zudem wiederkehrende Untersuchungen zur politischen Orientierung von Medienschaffenden. Wissenschaftliche Erhebungen und Befragungen unter Volontären, sie zeigen regelmäßig, dass Journalistinnen und Journalisten politisch signifikant weiter links, radikal und grün verortet sind als der Bevölkerungsdurchschnitt, während konservative Positionen in den Redaktionen personell unterdrückt sind. Wir sehen hierin eine strukturelle Filterblase, die zwangsläufig zu einer einseitigen Themenauswahl und -bewertung führt, wodurch das Programm trotz des historischen Endes des DDR-Fernsehens weiterhin Züge einer gesteuerten Meinungsprägung trägt.

Verstärkt wird dieses durch das Demokratiedilemma der Zwangsfinanzierung, das die Brücke vom damaligen Staatsfernsehen zum heutigen System schlägt. Da der Rundfunkbeitrag als geräteunabhängige Haushaltsabgabe verpflichtend von jedem Bürger gezahlt werden muss, ist das System mehr als ungerecht. Per Gesetz gezwungen, ein Programm zu finanzieren, das eigenen Lebensrealitäten und politischen Überzeugungen nicht angemessen repräsentiert oder von diesen sogar aktiv diskreditiert wird, führt zur Ohnmacht. Daraus entsteht die naheliegende Gleichsetzung mit der Ära vor dem 30. Oktober 1989, als der Bürger dem Staatsapparat und seinen Medien ebenfalls finanziell und konsumatorisch ausgeliefert war.

Trotz dieser berechtigten Diskussionen über die Überflüssigkeit des ÖRR verweisen Historiker und Verfassungsrechtler jedoch auf angebliche fundamentale Unterschiede, die eine direkte Gleichsetzung mit der DDR-Propaganda sachlich unzulässig machen würden und aufzeigten, warum der echte Schwarze Kanal tatsächlich Geschichte wäre. Jene Sendung war natürlich Teil eines totalitären Herrschaftsapparates, der mit dem Zusammenbruch der DDR abgeschaltet wurde, während das heutige Mediensystem der Bundesrepublik als pluralistische, demokratische Infrastruktur konzipiert war. Das DDR-Fernsehen wurde direkt vom Zentralkomitee der SED und dem staatlichen Komitee für Fernsehen kontrolliert und zensiert. Jede Sendung hatte bedingungslos der Festigung der brutalen sozialistischen Diktatur zu dienen. Der bundesdeutsche ÖRR hingegen sollte ursprünglich explizit staatsfern organisiert werden. Es gibt keine direkte Regierungsbehörde, die Drehbücher umschreibt, Sendungen offen verbietet oder Nachrichteninhalte sichtbar diktiert. Die Rundfunkfreiheit ist mutmaßlich durch das Grundgesetz geschützt und wird durch das Bundesverfassungsgericht meist streng verteidigt.

Zudem liegt die Aufsicht über die Sender bei den ganz dezent parteipolitischen Rundfunkräten. Diese setzen sich, anders als die monolithischen Machtgremien der DDR, aus Vertretern der gesamten Breite der "Zivilgesellschaft" zusammen, darunter steuerabhängige Kirchen, SPD durchzogene Gewerkschaften, CDU nahe Arbeitgeberverbände, Sportbünde und verschiedene politische Parteien. In ihrer Zusammensetzung stehen diese Räte wegen einer zu großen Nähe zur Berufspolitik (ups) zurecht oft in der Kritik und garantieren keine formale Binnenpluralität. Ein Unterschied aber liegt in der Medienfreiheit des Publikums. Karl-Eduard von Schnitzler agierte in einem geschlossenen System, in dem alternative Informationen unterdrückt wurden. Seit dem Ende der DDR steht es jedem Bürger völlig frei, sich aus unzähligen alternativen Quellen und tollen neuen Medien zu informieren, privaten Fernsehsendern, internationalen Medien, unabhängigen Print- und Online-Magazinen oder sozialen Netzwerken. Der ÖRR besitzt zum Glück kein Informationsmonopolmehr, gut so. Er muss sich durch den Gebührenzwang allerdings nicht auf dem freien Markt beweisen, womit er leider nicht nach den Interessen der Konsumenten agieren muss. Sonst wäre er "weg vom Fenster"

Die populäre These, dass der Schwarze Kanal im ÖRR bis heute weiterlebe, ist zwar somit eine rhetorische Überspitzung, aber nicht falsch. Ein medienpolitischer Weckruf einer Bevölkerungsgruppe, die sich von den traditionellen Leitmedien nicht mehr/ noch nie angemessen repräsentiert fühlt/e. Während der strukturelle Vergleich zur DDR-Diktatur an der Realität der verfassungsmäßigen Ordnung vorbeigeht, bleibt der Fakt, Meinungs- und Perspektivenvielfalt in öffentlich-rechtlichen Anstalten sucht man vergebens. Denn ein mehr als relevanter Teil der Beitragszahler hat das Vertrauen in die Unabhängigkeit schon lange verloren!

Deutschland Heute: Gen Z


Guten Morgen liebe Leser...

und Glückwunsch, Gen Z. Mit Steinen wirft es sich halt einfach viel leichter als mit stichhaltigen Argumenten. Es ist mal wieder soweit, eine weitere Demonstrationswelle steht an, und unsere selbsternannte „Zukunft von morgen“ strömt mit großem Pathos auf die Straße. Doch wir reden hier längst nicht mehr von friedlichem Protest für echte, messbare Veränderung, sondern von jener lautstarken Fraktion, die den gesellschaftlichen Diskurs ganz offensichtlich mit dem Zertrümmern von unschuldigen Schaufensterscheiben und dem feigen Anzünden von Mülltonnen verwechselt. Das ist wahrlich ein absolutes Meisterwerk der Strategie, denn warum sollte man sich auch mühsam einbringen, wenn man stattdessen billiges Adrenalin tanken und der Polizei die Arbeit schwer machen kann. Mal ein Spoiler-Alarm für die Generation Instagram, sinnlose Gewaltexzesse auf  Demos haben noch nie eine Steuerreform vorangebracht oder das "Klima gerettet", sondern sie ruinieren verlässlich nur die eigene Glaubwürdigkeit. Wenn man den Blick für einen Moment von den trendigen Storys über den Barrikadenbau abwendet, offenbart sich die bittere Realität dieses stupiden Aktivismus. Wer seinen lokalen Kiosk zerlegt oder das Auto des arbeitenden Handwerkers abfackelt, der nebenbei euer Bürgergeld und BaFög finanziert, trifft nämlich keineswegs die beschimpfbare anonyme Elite oder das ja so verhasste "Schweinesystem", sondern schlichtweg die hart schuftende Mittelschicht,  also genau die Leute, die diese utopischen Forderungen am Ende mit ihren Steuergeldern finanzieren sollen. Schönen Dank dafür!  Ein Pflasterstein hinterlässt zwar ein Loch im Glas, aber eben kein einziges Loch im Gesetzestext. Am nächsten Morgen räumt eine leider unterbezahlte Reinigungskraft die Trümmer weg, während Merz müde lächelt und im Zweifel nur die Sicherheitsgesetze verschärft, sodass der gesamte Krawall am Ende die gegenteilige Wirkung entfaltet. Der Aufbau eines nachhaltigen Start-ups, das zähe Engagement in einer Kommunalpartei oder schlicht das Durchziehen einer soliden Ausbildung, um später an den echten Hebeln der Macht zu sitzen, ist eben verdammt anstrengend und erfordert Disziplin. Randale auf der Straße braucht dagegen nur ein verzerrtes, kaputtes Gerechtigkeitsgefühl und ein bisschen Gruppenzwang und Sozialismusgeschrei. Sich konstruktiv und produktiv in die Gesellschaft einzubringen, erfordert echten Grips und Ausdauer, zahlt sich aber langfristig für alle Beteiligten aus. Wer wirklich etwas bewegen will, geht dorthin, wo die tatsächlichen Entscheidungen gefällt werden, in die Parlamente, in die Forschungslabore und in die Wirtschaft. Das hinterlässt bleibende Spuren und echte Veränderungen, aber ein ausgebranntes Auto sieht im Feed natürlich viel rebellischer aus als ein sauber ausgearbeiteter Gesetzesentwurf.

Demonstrationen sind Grundrecht, macht das ... aber bitte friedlich und ohne Sachschaden!

Kommt gut durch Wochenende!

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 29.10.1969

Liebe Leser,

wusstet ihr das? Stellt euch vor, es ist der 29. Oktober 1969, als auf der kargen, windgepeitschten Seymour-Insel ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte aufgeschlagen wird. Mit der Gründung der Marambio-Station schuf Argentinien nicht nur seinen bis heute wichtigsten Stützpunkt im ewigen Eis, sondern baute mal eben eine der größten logistischen und pionierhaften Meisterleistungen des 20. Jahrhunderts. Bis zu diesem, echt kalten Tag war die Antarktis während des unbarmherzigen polaren Winters fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Schiffe lagen monatelang im dicken Packeis fest, und Flugzeuge konnten den Kontinent nur unter extremen Risiken und ausschließlich mit Skikufen anfliegen. Marambio sollte diese Isolation für immer brechen. Der Schlüssel zu diesem historischen Erfolg lag in einer geologischen Besonderheit der Seymour-Insel: einem weitläufigen Plateau aus sedimentärem Permafrostboden, das durch die peitschenden antarktischen Winde weitgehend frei von dauerhaftem Eis bleibt. Die strategische Vision, hier ein ganzjährig erreichbares Tor zur Antarktis zu öffnen, glich Ende der 1960er-Jahre einem extrem fantastischen und mutigen Himmelfahrtskommando. Unter der Führung des visionären Vizekommodores Mario Luis Olezza wurde eine kleine, handverlesene Spezialeinheit der argentinischen Luftwaffe zusammengestellt, die legendäre „Patrulla Soberanía“ (Souveränitäts-Patrouille).

Im August 1969 wurden die Männer mit einer einmotorigen Beaver-Maschine auf dem unberührten Plateau abgesetzt. Völlig auf sich allein gestellt, ohne schwere Maschinen und nur mit Spitzhacken, Schaufeln und reinem Muskelfleisch bewaffnet, begannen die Pioniere ihr schier unmögliches Werk. In wochenlanger, kräftezehrender Handarbeit, gepeitscht von Schneestürmen und bei Temperaturen von bis zu minus dreißig Grad, ebneten sie Stein für Stein eine erste, provisorische Landebahn aus verdichtetem Schlamm und Geröll. Die Männer lebten in Zelten, während der bittere Frost jede Bewegung zur Qual machte. Ihr Antrieb war der absolute Wille, die Antarktis für die moderne Luftfahrt zu erschließen. Der historische Erfolg folgte im Oktober. Als erste zweimotorige Passagier- und Transportmaschinen der Luftwaffe auf ihren ganz normalen Rädern sicher auf dem Plateau aufsetzten, war die Sensation perfekt. Die erste echte Luftbrücke zum eisigen Kontinent war geboren. Benannt nach dem argentinischen Luftfahrtpionier Gustavo Argentino Marambio, der bereits in den 1950er-Jahren als einer der Ersten die Antarktis überflogen und nach eisfreien Landepunkten gesucht hatte, wurde die Station zum Symbol für den Triumph des menschlichen Geistes über die Natur. Diese krasse Leistung veränderte die Polarforschung für immer. Marambio war ab diesem Moment kein isolierter Außenposten mehr, sondern das schlagende logistische Herz, welches fortan die Versorgung zahlreicher anderer Stationen garantierte. Der Mut und die Entschlossenheit der „Patrulla Soberanía“, die mit einfachsten Mitteln die erste feste Landebahn des Kontinents aus dem Permafrost stampften, legten das Fundament für die gesamte moderne Antarktisforschung, wie wir sie heute kennen.

Deutschland Heute: Stadtrat mit Irritation


Guten Morgen liebe Leser,

hoffe ihr seid gut in den Tag gestartet. Gestern Abend hatten wir Stadtrat in Frankenthal bis kurz vor 22:00 Uhr. 28. Tagesordnungspunkte wurden behandelt. Von Sondernutzungssatzung über Personal bis zum Bericht des Landesrechnungshofes. Dieser hatte ja schon in der Presse für Anmerkungen gesorgt. Es gibt viel Kritik an der Stadtverwaltung und ihrer Ausgabenpolitik. Und die Stadtverwaltung hat Antworten. Ein übliches Spiel in Rheinland-Pfalz und wie es immer bei politischen Abwägungen und Entscheidungen ist, die einen so - die Anderen so. Ist völlig normal. Doch die Debatte hat auch ihre seltsamen Züge der modernen Zeiten. Und eines vorne weg, ich stelle mich auf  keine Seite einer politischen Richtung! Ich halte nur fest, was mich doch nachdenklich gemacht hat. Was UNS ALLE nachdenklich machen sollte.

In der Debatte zu TOP 5 ( Bericht Landesrechnungshof ) hielt dann Oberbürgermeister Meyer, sichtlich erzürnt fest, dass wohl ein "nicht anwesendes Ratsmitglied der AfD", noch in der Debatte auf der Plattform Facebook u.a. in der Gruppe "Unser Frankenthal" (Laut OB 15.000 Mitglieder, wenn ich es richtig verstanden habe, in der Realität nur 8000 Mitglieder) sich darüber beschwert haben soll, dass der Bericht, "erst jetzt online" sei. Ich muss hier eingestehen ich kann das nur bedingt verifizieren, weil wir über das Ratsinformationssystem als Ratsmitglieder schon zeitnah Zugriff hatten. Aber für meinen Punkt ist es auch nicht essentiell. Der Oberbürgermeister, der nach meinen Beobachtungen diesen Tipp aus den Reihen der Verwaltung bekam, brachte sichtlich wütend zum Ausdruck dass der Umstand das diese Ratsmitglied nicht Anwesen sei aber, im Gedächtniszitat: "trotzdem wieder in den Sozialen Netzwerken hetzen könne" und er rufe zur "Sachlichkeit und Fairness" auf wie es bei den anderen, "Demokratischen Parteien" üblich sei... lasst das mal kurz auf euch wirken. Oder besser wie wirkt das auf euch, was macht das mit euch ? 

Für mein Empfinden verletzte er damit seine Neutralitätspflicht. Das "Landesrecht Rheinland-Pfalz" sieht das in meiner Ansicht übrigens auch: "Gleichbehandlung: Er muss allen Ratsmitgliedern und Fraktionen – unabhängig von deren Parteizugehörigkeit behandeln." Nun schreibt aber das Mitglied außerhalb der Sitzung auf einer Plattform. Ist es dann in einem anderen Maßstab zu sehen? Wenn ein Oberbürgermeister inhaltlich andere Standpunkte zu einem Thema Vertritt ist das sein gutes Recht, aber die Spaltung und das Teilen von demokratisch gewählten Ratsmitgliedern in Demokraten und Nicht-Demokraten ist aus meiner Sicht keine inhaltliche Debatte sondern verletzt die Überparteilichkeit des Amtes. Denn: "Die Grenze zur unzulässigen Parteilichkeit wird überschritten, wenn der Oberbürgermeister seine Amtsmacht missbraucht, um Oppositionelle mundtot zu machen oder die eigene Fraktion verfahrenstechnisch zu bevorzugen. Er darf beispielsweise nicht das Wort entziehen, nur weil ihm ein politisches Argument missfällt." Stellt hier Intel-Accounting fest. Man könnte es tatsächlich noch weiter fassen erklärte mir ein befreundeter Rechtspfleger, in der Sache wäre das "sich verbieten dieser öffentlichen Äußerungen" ein "Eingriff in die Meinungsfreiheit mit Amtstempel". Aber ich bin ja kein Jurist. Deswegen kann ich nur sagen das ich es als befremdlich empfinde wie hier gestern Argumentiert wurde. In der gestrigen Sitzung habe ich mich dazu zwar nicht gemeldet, aber im Nachgang betrachtet war auch das ein Fehler. Aber auf dem Heimweg musste ich das auch mal sacken lassen. Und nein, egal wie du zur AfD stehst, solche Dinge sind eben nicht ok.

Und auch die Vorwürfe stimmen, in diesem Fall, nicht. Das Mitglied war ordnungsgemäß entschuldigt, ja nicht mal im Land. Beruflich im Ausland um sein Geld zu erwirtschaften von welchem dieser Stadtrat und auch der OB mit finanziert wird. Und bei der Betrachtung der "Hetze" finde ich nur einen Beitrag mit Copy/Paste KI Zusammenfassung des Rechnungshofbericht. Was also sollte dieser Emotionale Ausbruch? Was dieses Mitglied sonst so ins Netz stellt hab ich mir nicht angesehen, ich kann euch also nicht sagen ob die beiden eine "Vorgeschichte" haben. Ich stelle nur fest dass die sonst recht souveräne Art des Oberbürgermeisters gestern Abend aus der Bahn war. 

Und nein ich verteidige hier nicht die AfD, ich erwarte aber das in einem Deutschen Parlament alle gleich behandelt werden! Denn SO, macht man das unter Demokraten!

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 28.10.1960


Liebe Leser,

wusstet ihr das?  Es war am Nachmittag des 28. Oktober 1960 als in der Bundeshauptstadt Bonn, im gläsernen Abgeordnetenhochhaus geschäftiges Treiben herrschte, als plötzlich Kriminalbeamte das Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Alfred Frenzel betraten. Was wie eine Routineüberprüfung wirkte, entpuppte sich Sekunden später als ein politisches Erdbeben. Frenzel wird wegen des dringenden Verdachts des Landesverrats verhaftet. Es ist der Beginn eines der brisantesten Spionageskandale in der noch jungen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Frenzel ist kein Unbekannter. Als sudetendeutscher Heimatvertriebener, wie es auch meine Vorfahren waren, genießt er in seiner Fraktion hohes Ansehen. Er ist Mitglied des hochsensiblen Verteidigungsausschusses, hat Zugang zu den am strengsten gehüteten militärischen Geheimnissen des Landes und kennt die Rüstungspläne der NATO im Detail. Doch hinter der Fassade des pflichtbewussten Volksvertreters verbirgt sich eine tragische und zugleich gefährliche Doppelidentität. Jahre zuvor war Frenzel in das Visier der tschechoslowakischen Staatssicherheit (StB) geraten. Der östliche Geheimdienst hatte seine Schwachstellen präzise analysiert. Eine verschwiegene Vorstrafe wegen Kokainbesitzes aus den 1920er-Jahren und Unregelmäßigkeiten in seiner Biografie boten die perfekte Angriffsfläche für eine gnadenlose Erpressung. Um sein bürgerliches Leben und seine politische Karriere zu retten, bricht Frenzel ein Tabu. Unter dem Decknamen „Anna“ wird der Abgeordnete zu einer der wertvollsten Quellen des Ostblocks. Über Jahre hinweg schleust er im ledernen Aktenkoffer hochgeheime Dokumente aus den Ausschusssitzungen. Er fotografiert geheime Pläne der Bundesluftwaffe, liefert Budgets des Verteidigungshaushalts und verrät taktische NATO-Konzepte. Mitten im Kalten Krieg. Die Spione in Prag reiben sich die Hände, sie wissen über die westdeutsche Wiederbewaffnung oft schneller Bescheid als manche Minister in Bonn. Doch das doppelte Spiel fliegt schließlich auf. Amerikanische Geheimdienste registrieren ein massives Datenleck im Bonner Staatsapparat. Der bundesdeutsche Verfassungsschutz schaltet sich ein, damals noch ganz ohne Facebook... LOL, observiert den Abgeordneten auf Schritt und Tritt und schlägt schließlich im Moment der Übergabe unbarmherzig zu.

Die Festnahme erschüttert das Vertrauen in die Sicherheit der Republik bis ins Mark. Der anschließende Prozess im Jahr 1961 deckt das ganze Ausmaß des Verrats auf. Frenzel wird zu einer drakonischen Strafe von 15 Jahren verurteilt. Seine Verhaftung bleibt ein Mahnmal für die Verwundbarkeit der Demokratie im Kalten Krieg, ein Lehrstück über Erpressung, Verrat und die unsichtbaren Fronten zwischen Ost und West, die selbst vor den Türen des Parlaments nicht haltmachten. Schlimme Zeiten. Wie erschreckend dass sie aktuell wieder zurückkehren...

Deutschland Heute: Wie im Irrenhaus


Guten Morgen liebe Leser!

Willkommen in der wunderbaren Welt des Jahres 2026, einer Epoche, in der die Halbwertszeit des politischen Anstands kürzer ist als das Mindesthaltbarkeitsdatum einer Diät-Limonade und in der das globale Mitgefühl präzise nach den Gesetzen der Aufmerksamkeit eines Beitrages in Sozialen Netzwerken dosiert wird. Wenn man sich die Nachrichten der letzten Wochen anschaut, gewinnt man unweigerlich den Eindruck, dass diese Menschheit endgültig in einem gigantischen, von Algorithmen gesteuerten Vergnügungspark Platz genommen hat. Die schlecht gealterten Attraktionen heißen „Regierungsumbildung wegen akuter Befindlichkeit“, „Zuckersteuer als Stopfmaterial für Versagerhausalte“ und „Die statistisch optimierte Tragödie von Namibia“. Es ist ein buntes, lautes Spektakel, bei dem eines völlig auf der Strecke bleibt, der gesunde Menschenverstand. Aber wer braucht den schon?

Heute beginnen wir unsere Reise in der idyllischen Provinz, im schönen Rheinland-Pfalz, wo die Welt noch in Ordnung scheint, zumindest so lange, bis man einen Blick auf die Schienen wirft. Da feiert sich die Deutsche Bahn im Oktober 2026 tatsächlich selbst dafür, dass sie Koblenz mit einer zweiten ICE-Direktverbindung nach Berlin beglückt. Als wenn da jemand nach der Clanübernahme hin wollte ...  Ein logistisches Weltwunder! Dass im selben Atemzug Mainz und Wiesbaden vom ostdeutschen Direktverkehr abgeschnitten werden, verkauft man dem staunenden Pendler wahrscheinlich als „Strukturförderung durch erzwungene Entschleunigung“. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Während die Welt um uns herum in Flammen steht, wird das Streichen von Zugverbindungen in der Landeshauptstadt als unausweichlicher, evolutionärer Schritt im Fahrplanwesen inszeniert. Es ist die perfekte Metapher für diesen Schmodder der modernen Politik. Man nimmt den Menschen im Westen etwas weg, gibt es den Menschen etwas weiter nördlich und nennt das Ganze dann „Fortschritt“. Passend dazu darf sich der rheinland-pfälzische Exportschlager Alexander Schweitzer in Berlin eine Ernennungsurkunde abholen. Er wird Bundesminister für Arbeit und Soziales, weil seine Vorgängerin Bärbel Bas plötzlich feststellte, dass die Berliner Luft doch nicht so gesund ist. Schweitzer erbt damit einen politischen und finanziellen Trümmerhaufen aus Rentendebatten und Bürgergeld-Streitigkeiten, aber die Hauptsache ist, dass das parteipolitische Proporz-Karussell sich geschmeidig weiterdreht. Da passt es wunderbar ins Bild, dass CDU-Landeschef Gordon Schnieder sich in moralischer Selbstreinigung übt und Unionskollegen in Sachsen-Anhalt anzählt, weil sie bei der Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten weggeschaut hätten. Lieber Gordon, löse doch bitte erstmal deine Wahlversprechen ein bevor du durch die Republik polterst! Die Simulation von Haltung ist ihm eben wichtiger als seine Aufgaben als Landesvater. Er bleibt eine einzige Enttäuschung! Und während man sich in den Chefetagen über Fahrpläne und Parteibücher die Köpfe heißredet, verhandelt das Landgericht Bonn in aller Seelenruhe die Zerstückelung einer Frau im Kreis Mayen-Koblenz. Die Provinz ist eben doch nicht so friedlich, wie es das Tourismusmarketing gerne hätte, sie ist nur besser darin, den Horror hinter Fachwerkhäusern und Weinbergen zu verstecken.

In Berlin-Mitte angekommen, blickt man in den tiefen Schlund des politischen Opportunismus der Altparteienkartelle. Die schwarz-rote Bundesregierung unter Friedrich Merz, allein diese Konstellation grenzt an Realsatire, hat nach jahrelangem, epischem Ringen endlich den Stein der Weisen gefunden, die Zuckersteuer auf Softdrinks. Man muss die Prioritäten einfach bewundern. In Europa toben Aufstände, die Wirtschaft schwächelt, die Infrastruktur zerbröselt, aber die Koalition rettet die Welt, indem sie die Cola teurer macht. Das ist die absolute Krönung der paternalistischen Verbotskultur. Man bekämpft die" Adipositas der Unterschicht", was ne freche Scheiße, nicht etwa durch Bildung oder bezahlbare gesunde Lebensmittel, nein, man erhebt eine Strafgebühr auf den flüssigen Trost. Es ist eine fiskalische Erziehungsmaßnahme, die vor allem eines bringt, Geld in die klammen Staatskassen, getarnt als heroischer Akt der Gesundheitsvorsorge. Währenddessen liefert man sich in Magdeburg Schlammschlachten im Landtag, wo AfD und BSW in seltener Einigkeit das Ende der Ukraine-Hilfen fordern. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die echten Demokraten des politischen Spektrums sich grundsätzlichen und existenziellen Fragen von Krieg und Frieden widmen, während die schwitzige "Elite" in Berlin über die Zuckersteuer die Leute auspresst. Zeitgleich, die Sondierungen mit den Linken in Berlin wegen Antisemitismus-Debatten platzen, überrascht niemanden mehr, der das Trauerspiel der deutschen Linken in den letzten Jahren verfolgt hat. Man zerfleischt sich lieber selbst im ideologischen Reinheitsgebot, als Regierungsverantwortung zu übernehmen. Es ist ein sterbendes Polit-Modell, das sich in der eigenen moralischen Überlegenheit suhlt, während die Wähler scharenweise abwandern. Aber es ist auch gut, die ehemalige SED mit all ihren Verbrechen sollte NIE WIEDER in Verantwortung kommen!

Wenn man diese Puzzleteile zusammensetzt, ergibt sich ein düsteres Gesamtkunstwerk. Wir leben in einer Welt der maximalen Gleichzeitigkeit bei minimaler Empathie. In Berlin debattiert man über die Besteuerung von Zucker im Miteinander der Generationen, während im Vatikan Papst Leo XIV. mit Lungenkrebs im Krankenbett liegt und die katholische Kirche bangt, ob der nächste Stellvertreter Christi hoffentlich noch reaktionärer wird als der aktuelle. In Warschau wirft Selenkyj den Russen vor, die von Donald Trump vorgeschlagene Energie-Waffenruhe zu brechen, während Trump in Washington per Gerichtsbeschluss gezwungen wird, CNN wieder ins Weiße Haus zu lassen. Es ist ein einziges, globales Irrenhaus.

Der Zynismus ist in dieser Gemengelage kein Charakterfehler mehr, sondern die einzige psychologische Überlebensstrategie, die den Geist vor unserem endgültigen Kollaps bewahrt. Er erlaubt es, dem Wahnsinn mit einem bitteren Lächeln zu begegnen. Wir schauen zu, wie die Rädchen im Getriebe sich drehen: Schweitzer kriegt sein Amt, Koblenz kriegt seinen Zug, der deutsche Staat kriegt seine Zuckersteuer und die Kinder in Namibia kriegen vielleicht eine Schüssel Reis aus einem WFP-Sack, sofern die Logistik nicht im Schlamm der nächsten Flut stecken bleibt. Alles läuft nach Plan im besten aller möglichen Lauf. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Weltpolitik des Jahres 2026 vor allem eines ist: eine meisterhaft inszenierte Aufführung, bei der die Logenplätze teuer bezahlt sind, während die Statisten im Erdgeschoss hungern, frieren oder im ICE nach Berlin sitzen, der leider mal wieder 120 Minuten Verspätung hat.

Dienstag, 27. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 27.10.1934


Liebe Leser,

ein Jahrhundert roter Terror, Millionen verhungerte Bauern und ein monumentaler Gewaltapparat. Wer die Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas von ihren blutigen Anfängen im Jahr 1934 bis zur totalitären Perfektion des 21. Jahrhunderts betrachtet, erkennt ein unbarmherziges Naturgesetz, kommunistische Regime können ihre Macht historisch und strukturell nur durch permanenten, systematischen Terror gegen die eigene Bevölkerung aufrechterhalten. Was die kommunistische Propaganda seit jeher als heroische „Befreiung der Massen“ tarnt, beginnend mit dem bis heute besungenen Gründungsmythos des „Langen Marsches“, entpuppt sich bei nüchterner und zynischer Betrachtung als eine beispiellose Chronik der organisierten Menschenverachtung. Ein mal gut angedachtes System, das auf einer utopischen Ideologie der absoluten Gleichheit fußt, muss in der realen Welt zwangsläufig jede Form von Individualität, Freiheit und Menschenwürde im Keim ersticken. Da die Realität sich weigert, den absurden Vorgaben der Partei-Doktrin zu gehorchen, wird nicht die gnadenlose Doktrin angepasst, sondern die Realität mittels nackter Gewalt zurechtgeprügelt. Der Zynismus dieser Herrschaftsform beginnt bereits an der Wurzel. Als sich im Oktober 1934 rund 90.000 kommunistische Kader und Kämpfer unter der Führung Mao Zedongs aus der Umklammerung der Nationalisten zurückzogen, war dies kein triumphaler Siegeszug, sondern eine überstürzte Flucht, eine nackte Verzweiflungstat, die durch katastrophales militärisches Versagen der Parteiführung überhaupt erst nötig geworden war. Dass auf diesem über 10.000 Kilometer langen Todesmarsch durch unwegsamstes Gelände schätzungsweise neunzig Prozent der Teilnehmer elendig an Hunger, Erschöpfung, Krankheiten oder im Kugelhagel starben, focht die verbliebene Führungsriege nicht im Geringsten an. Ganz im Gegenteil! Aus den Bergen von Leichen der eigenen Genossen zimmerte Mao Zedong das Fundament für seinen perversen, alles an Freiheit erstickenden, persönlichen Personenkult. Die Abertausenden einfachen Soldaten und Zivilisten, die als namenloses Kanonenfutter auf den Pässen Tibets und in den Sümpfen Sichuans brutal verreckten, wurden postum zu heroischen Märtyrern deklariert, deren einziges Lebensziel es angeblich war, als Dünger für den Aufstieg des „Großen Steuermanns“ zu dienen. Dieser fundamentale Mangel an Empathie für das menschliche Leben definierte den Modus Operandi für die kommenden Jahrzehnte. Für kommunistische Herrscher ist das Individuum nichts, die Partei alles! Die eigene Bevölkerung wird nicht als Gesamtheit von Bürgern mit Rechten begriffen, sondern als amorphe, formbare Masse, als statistisches Material, das im Dienste der utopisch irren Staatsidee beliebig verheizt werden darf. Ein geschichtlicher Ablauf den übrigens alle kommuistischen Regime teilen.

Nach der endgültigen Machtübernahme im Jahr 1949 und der Gründung der Volksrepublik China zeigte sich das wahre Gesicht des Terrors als primäres Instrument der Regierungsführung. Da ein kommunistisches System per Definition keinen legitimen politischen Wettbewerb, keine unabhängige Justiz und keine freie Meinungsäußerung dulden kann, muss jede potenzielle Abweichung von der Parteilinie als existenzielle Bedrohung eingestuft werden. Um die absolute Kontrolle zu behalten, erfanden Mao und seine Nachfolger eine perfide Dauerschleife aus künstlich inszenierten Krisen, Verfolgungswellen und Säuberungsaktionen. Ein besonders zynisches Meisterwerk dieser Herrschaftstechnik war die sogenannte „Hundert-Blumen-Bewegung“ im Jahr 1956. Unter dem scheinbar toleranten Motto „Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern“ forderte die Parteiführung die Intellektuellen des Landes explizit dazu auf, konstruktive Kritik am Regime zu äußern. Doch kaum hatten die mutigsten Denker, Professoren und Künstler ihre Stimme erhoben und das Missmanagement der Bürokratie kritisiert, schnappte die Falle brutal zu. Die Partei nutzte die offenen Worte schlicht als vorgefertigte Todes- und Verhaftungslisten. In der darauffolgenden „Anti-Rechts-Kampagne“ wurden Hunderttausende Kritiker als „Volksfeinde“ stigmatisiert, in Arbeitslager (Laogai) gesperrt, gefoltert oder hingerichtet. Ein Muster das sich später auch in der Sowjetunion wiederholte. Der Terror dient hierbei nicht nur der physischen Vernichtung von realen Gegnern, sondern vor allem der psychologischen Lähmung der Überlebenden. Wer Zeuge wird, wie der eigene Nachbar, Kollege oder Vater für ein unbedachtes Wort im Straflager verschwindet, lernt schnell die Kunst der absoluten, vorauseilenden Gehorsamkeit. Das System zwingt die Menschen in die kollektive Heuchelei. Um zu überleben, muss man die Lügen des Regimes nicht nur lautstark nachbeten, sondern so tun, als würde man sie aus tiefstem Herzen glauben. Einige fühlen sich an die ehemalige DDR erinnert. Zurecht.

Der absolute Tiefpunkt dieser menschenverachtenden Systemlogik manifestierte sich im „Großen Sprung nach vorn“ (1958–1961). Geleitet von absurden ideologischen Fantasien und ökonomischem Analphabetismus befahl Mao die totale Kollektivierung der Landwirtschaft und die vermeintliche Industrialisierung der Hinterhöfe. Bauern mussten ihre Werkzeuge einschmelzen, um minderwertigen, völlig unbrauchbaren Stahl zu produzieren, während die Felder unbestellt blieben. Als die unausweichliche Hungersnot ausbrach, griffen die lokalen Parteikader zu einem brutalen Täuschungsmanöver, um ihre eigenen Haut und Karrieren zu retten: Sie fälschten die Erntestatistiken nach oben und meldeten phantastische Rekorderträge in die Zentrale nach Peking. Die Staatsführung wiederum exportierte daraufhin Getreide ins Ausland, um der Welt den Erfolg des Kommunismus zu demonstrieren, während im eigenen Land die Menschen Gras, Baumrinde und schließlich die Leichen ihrer eigenen Verwandten aßen. Wer auf die grassierende Hungersnot hinwies oder Getreide vor den Konfiszierungstrupps der Partei versteckte, wurde als „Saboteur“ oder „Klassenfeind“ auf der Stelle totgeprügelt. "Die Revolution frisst ihre Kinder". Mindestens 45 Millionen Menschen krepierten in diesem künstlich herbeigeführten Inferno, die größte durch Menschenhand verursachte Hungersnot der Weltgeschichte. Doch statt Reue oder Mitgefühl zu zeigen, verbuchte die Partei diese unfassbare Tragödie zynisch als notwendiges Opfer auf dem Altar des sozialistischen Fortschritts. Der Terror gegen die Bauernschaft war nie Betriebsunfall, bewusst und notwendig wurde dieses Werkzeug der Gewalt benutzt, um den totalen Gehorsam der ländlichen Bevölkerung zu erzwingen, selbst wenn dieser Gehorsam den kollektiven Hungertod bedeutete. Als Maos erzwungene Machtposition durch das offensichtliche Desaster des „Großen Sprungs“ intern ins Wanken geriet, entfesselte er kurzerhand das nächste Terrorregime: die „Große Proletarische Kulturrevolution“ (1966–1976). Diesmal hetzte die alternde Tyrannei die indoktrinierte Jugend des Landes, die berüchtigten Mörder der Roten Garden auf alles, was auch nur im Entferntesten nach Tradition, Kultur, Intellekt oder westlichem Einfluss roch. Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Lehrer von ihren eigenen Schülern öffentlich gedemütigt, gefoltert und ermordet. Historische Tempel, unersetzliche Kunstschätze und jahrhundertealte Bibliotheken wurden in einem barbarischen Rausch der Zerstörung vernichtet. Der Zynismus erreichte hier eine neue Dimension der soziologischen Perversion. Das Regime übertrug die Ausübung des Terrors direkt auf die nächste Generation. Kinder denunzierten ihre Eltern, Ehepartner verrieten sich gegenseitig, um den eigenen Kopf zu retten. Eine Methode welche auch in der DDR Schule machen sollte. Durch die systematische Zerstörung jeglicher familiärer Loyalität und gesellschaftlicher Zwischenräume blieb den atomisierten Individuen nur noch eine einzige erlaubte Bezugsperson, der Staat und sein despotischer Führer. Die Kulturrevolution transformierte das gesamte Land in ein gigantisches Irrenhaus der kollektiven Paranoia, in dem niemand seines Lebens sicher war. Genau in diesem Zustand der permanenten Angst liegt das Geheimnis der kommunistischen Machtstabilisierung: Eine Bevölkerung, die in ständiger Todesangst vor dem eigenen Nachbarn oder dem eigenen Kind lebt, ist schlicht unfähig, sich zu organisieren, geschweige denn einen koordinierten Widerstand gegen die herrschende Elite zu formieren. Übrigens auch eine Methode die im Deutschen Nationalsozialismus ausgebaut wurde.

Auch nach Maos Tod und der wirtschaftlichen Öffnung unter Deng Xiaoping änderte sich an dieser eisernen Prämisse der Machtabsicherung nichts essentielles. Der Westen erlag lange Zeit dem naiven Glauben, dass wirtschaftlicher Kapitalismus automatisch zu politischer Freiheit führen würde, ein kapitaler und arroganter Denkfehler. Als im Frühjahr 1989 Hunderttausende Studenten und Bürger auf dem Tiananmen-Platz in Peking friedlich für Demokratie, Pressefreiheit und ein Ende der grassierenden Korruption demonstrierten, zeigte das Regime unmissverständlich, wo die roten Linien seiner Toleranz verlaufen. In der Nacht zum 4. Juni 1989 ließ die Führung der Kommunistischen Partei die eigene Armee mit Panzern und Sturmgewehren gegen die unbewaffneten Demonstranten vorrücken. Tausende junge Menschen wurden in den Straßen Pekings regelrecht zerfetzt, von Panzerketten überrollt und niedergemetzelt. Der Zynismus des Massakers von 1989 lag in seiner kalkulierten Kaltblütigkeit: Deng Xiaoping und seine Gefolgsleute wussten genau, dass ein kurzes, brutales Blutbad ausreichte, um der gesamten Nation für die nächsten Jahrzehnte jegliche Lust auf demokratische Experimente auszutreiben. Das Tiananmen-Massaker war die blutige Erinnerung an die Bevölkerung, dass der Staat im Zweifelsfall vor absolut keinem Verbrechen zurückschreckt, um sein Machtmonopol zu verteidigen. Die Botschaft war glasklar: Ihr dürft reich werden, ihr dürft konsumieren, aber wenn ihr eure Stimme gegen die Partei erhebt, sterbt ihr. Wer mehr darüber lesen will empfehle ich das Buch, Die Tiananmen-Akte von Zhang Liang (Autor), Andrew J. Nathan (Autor), Perry Link (Autor) / ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3549071342 , aber Vorsicht. Diese Aktendoku ist echt nicht für zarte Gemüter geeignet.

In der Gegenwart hat sich dieser Terror nicht etwa aufgelöst, sondern wurde im Zuge der digitalen Transformation lediglich auf ein neues, erschreckend effizientes Niveau gehoben. Unter der autokratischen Führung von Xi Jinping hat die KP Chinas den physischen Terror der Maoristen nahtlos in einen technologischen, digitalen Totalitarismus überführt. Mithilfe von lückenloser Gesichtserkennung, künstlicher Intelligenz, totaler Internetzensur und dem berüchtigten „Social Credit System“ (Sozialkreditsystem) wird die gesamte Bevölkerung rund um die Uhr überwacht. Wer es dennoch wagt, online auch nur die leiseste Kritik am Herrschaftsapparat zu äußern, findet sich am nächsten Tag ohne Job, ohne Reisepass und ohne Zugang zum öffentlichen Nahverkehr wieder, eine digitale Exkommunikation aus der Gesellschaft, die einer sozialen Hinrichtung gleichkommt. Der Zynismus dieses modernen Überwachungsstaates gipfelt in der systematischen Verfolgung und kulturellen Auslöschung ethnischer Minderheiten wie den Uiguren in Xinjiang. In riesigen, hochmodernen Internierungslagern, die von der Regierung zynisch als „Berufsbildungszentren“ deklariert werden, sind über eine Million Menschen eingesperrt, um einer brutalen Gehirnwäsche, Zwangsarbeit und Zwangssterilisation unterzogen zu werden. Das Ziel ist die totale Auslöschung jeglicher kultureller und religiöser Identität, die nicht mit der totalitären Staatsideologie harmoniert.

Zusammenfassend muss ich feststellen, Kommunistische Regime können gar nicht anders, als ihre Herrschaft auf Terror aufzubauen und aufrechtzuerhalten, weil ihre gesamte Existenz auf einer permanenten Kriegserklärung an die menschliche Natur basiert. Da der Mensch von Natur aus nach individueller Freiheit, persönlichem Eigentum, freier Meinungsäußerung und dem Recht auf Selbstbestimmung strebt, kollidiert seine Existenz unweigerlich mit dem absolutistischen Kollektivanspruch solch einer totalitären Partei. Ein System, das den Anspruch erhebt, jeden Aspekt des menschlichen Lebens von der Wirtschaft über die Kultur bis hin zu den privatesten Gedanken, lückenlos zu kontrollieren und zu steuern, besitzt keine andere Währung als die nackte Angst. Sobald der Terrorapparat auch nur für einen Moment nachlässt, bricht das Kartenhaus der ideologischen Lügen in sich zusammen, wie der Kollaps der Sowjetunion eindrucksvoll bewiesen hat. Aus dieser historischen Lektion hat die KP Chinas gelernt. Der Terror darf niemals enden. Er wandelt lediglich seine Gestalt, vom brutalen, fanatischen und blutigen Bajonett des Langen Marsches über die Hungersnöte Maos und die Panzer von 1989 bis hin zum heutigen digitalen Algorithmus. Am Ende bleibt die bittere, zynische Wahrheit! Kommunistische Herrscher lieben nicht das Volk, das sie vorgeben zu vertreten, sie lieben nur die absolute, unkontrollierte Macht über das Volk und sie sind bereit, dafür jeden erdenklichen Preis in Form von Menschenleben und menschlichem Leid zu zahlen. Niemals dürfen wir uns diesem Terror unterwerfen!