Samstag, 5. September 2026

Eine Bundespräsidentin !?

Liebe Leser,

neulich sprachen wir doch über die Wahl des Bundespräsidenten, aktuell werden wir ja regelmäßig von Steinmeier blamiert und damit ist ja im kommenden Jahr endlich Schluss! Ich hatte mich ja schon für meinen Alltime Genius Harald Schmidt ausgesprochen und eine Top 5 vorgelegt. Tatsächlich habe ich dort einen brillanten Geist vergessen. Entschuldigt. 

Warum also Gabriele Krone-Schmalz auch die richtige Bundespräsidentin für Deutschland wäre? Eine Bundespräsidentin, die Brücken baut, statt neue Gräben zu ziehen. Anfang 2027 wird relativ undemokratisch, denn sonst wäre es eine Bürgerwahl, ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Die zweite Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet endlich und damit stellt sich eine Frage, die weit über Personalpolitik hinausgeht: Welche Persönlichkeit braucht unser Land in einer Zeit, in der internationale Konflikte gefördert, gesellschaftliche Debatten immer erbitterter geführt werden und die Fähigkeit, miteinander zu sprechen, beinahe selbst zu einer politischen Streitfrage geworden ist?

Eine Antwort darauf wäre neben Harald Schmidt eindeutig: Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz, eine mit Abstand herausragende Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Nicht, weil man jede ihrer politischen Einschätzungen teilen müsste. Nicht, weil sie eine bequeme Kandidatin wäre. Und schon gar nicht, weil sie sich dem jeweiligen politischen Zeitgeist angepasst hätte. Sondern gerade deshalb, weil sie das nicht tut, weil sie Charakter hat. Weil sie sich nicht wie die aktuelle Fahne im Wind verbiegen lässt. Deutschland braucht an seiner Staatsspitze meiner Ansicht nach wieder Persönlichkeit, jemanden er zuhören kann, der unterschiedliche Perspektiven kennt und der weiß, dass Diplomatie nicht bedeutet, dem Gegenüber recht zu geben. Diplomatie bedeutet, auch mit Menschen und Staaten zu sprechen, deren Handlungen man ablehnt. Auch Gabriele Krone-Schmalz verkörpert dieses Prinzip seit Jahrzehnten.

Vom Bayerischen Wald über Köln nach Moskau

Gabriele Krone-Schmalz wurde am 8. November 1949 in Lam im Bayerischen Wald geboren und wuchs später in Köln auf. Sie studierte Osteuropäische Geschichte, Politikwissenschaften und Slawistik. 1974 schloss sie ihr Studium mit dem Magister ab, 1977 folgte die Promotion in Geschichte und Politischen Wissenschaften. Damit beschäftigte sie sich bereits wissenschaftlich intensiv mit Osteuropa und Russland, lange bevor Russlandkenntnisse in deutschen Talkshows zu einer Art politischer Handelsware wurden. Lange bevor manche Küchenhilfe in Moskau einmarschieren wollte...

1976 begann ihre Laufbahn beim Westdeutschen Rundfunk. Nach ihrem Volontariat arbeitete sie unter anderem für die Redaktionen von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Anfang der achtziger Jahre gehörte sie zur Redaktion des politischen Magazins „Monitor“. Bereits zuvor hatte sie zeitweise im ARD-Studio New York gearbeitet. Der entscheidende Abschnitt ihrer journalistischen Karriere begann jedoch 1987.

Gabriele Krone-Schmalz ging als Korrespondentin der ARD nach Moskau. Sie berichtete dort bis 1991 und erlebte damit eine der dramatischsten Perioden der europäischen Geschichte unmittelbar vor Ort: Glasnost und Perestroika, die Ära Michail Gorbatschows, den Zerfall der alten Machtstrukturen und schließlich die letzten Jahre der Sowjetunion. Das ist ein Erfahrungsschatz, den man nicht aus Akten, Strategiepapieren oder kurzen diplomatischen Briefings gewinnen kann. Nichts was man im Jurastudium oder schlafend im Kanzleramt hätte lernen können. Krone-Schmalz hat Russland und die Sowjetunion nicht nur wissenschaftlich untersucht. Sie hat dort gearbeitet, Menschen getroffen und gesellschaftliche Veränderungen aus unmittelbarer Nähe beobachtet. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland moderierte sie unter anderem von 1992 bis 1997 den ARD-„Kulturweltspiegel“ und arbeitete anschließend als freie Journalistin und Autorin. Später vermittelte sie ihre journalistischen Erfahrungen auch als Professorin für Fernsehen und Journalistik erfolgreich an Studierende. Ihre Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet. Zu ihren Ehrungen gehören unter anderem Grimme-Auszeichnungen, der Deutsche Kritikerpreis, der Goldene Gong und der Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik. 1997 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für die Qualität ihrer Fernsehberichterstattung. Diese Biografie allein macht selbstverständlich noch niemanden zu einer guten Bundespräsidentin. Aber sie zeigt etwas, das ich für dieses Amt für außerordentlich wichtig halte: Erfahrung, Bildung, internationale Kenntnisse und die Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen nicht ausschließlich durch die engen Raster des politischen Tagesgeschäfts zu betrachten. Diplomatie beginnt mit dem Versuch, den anderen zu verstehen! Ein Satz von Gabriele Krone-Schmalz bringt für mich auf den Punkt, warum sie für das höchste Staatsamt geeignet wäre: „Jetzt ist Politik, das heißt Diplomatie gefragt.“ Dieser Satz stammt aus einem Interview über den Konflikt in der Ukraine. Und zeigt auch wie klar und ehrlich ihre friedenspolitischen Position sind! Entscheidend ist dabei, was sie unter Diplomatie versteht. Für Krone-Schmalz bedeutet die Beschäftigung mit der Vorgeschichte eines Konfliktes ausdrücklich nicht, Unrecht zu rechtfertigen. Vielmehr geht es darum, Lösungen zu finden, die langfristig Bestand haben können.

Genau diese Unterscheidung ist in der öffentlichen Diskussion häufig verloren gegangen. Verstehen bedeutet nicht rechtfertigen. Wer ehrlich verstehen will, warum ein anderer Staat handelt, wie er handelt, billigt dessen Handlungen nicht automatisch. Im Gegenteil: Ohne die Motive, Interessen, Ängste und strategischen Überlegungen des Gegenübers zu kennen, kann erfolgreiche Außenpolitik kaum funktionieren. Ein Arzt muss eine Krankheit verstehen, um sie behandeln zu können. Ein Ermittler muss die Motivation eines Täters verstehen, um einen Fall aufzuklären. Und ein Diplomat muss die Interessen der Gegenseite verstehen, wenn er einen Konflikt entschärfen will. Der reine Russenhass der durch die aktuellen politischen Eliten dieses Landes in die Welt getragen wird ist Teil des Problems, nicht die Lösung!

Die offene und verständige Denkweise zieht sich wie ein roter Faden durch Krone-Schmalz’ öffentliches Wirken. Bereits über ihr journalistisches Selbstverständnis sagte sie einmal sinngemäß, dass persönliche Sympathien oder Antipathien bei der Darstellung eines Sachverhalts möglichst keine Rolle spielen sollten. Man müsse sich der eigenen Denkmuster bewusst sein, um Dinge möglichst neutral vermitteln zu können. Für mich ist genau diese Fähigkeit für ein Staatsoberhaupt von unschätzbarem Wert. Eine Präsidentin des Gesprächs. Deutschland braucht kein Staatsoberhaupt, das lediglich die außenpolitischen Positionen der jeweiligen Bundesregierung wiederholt. Und das eigene Volk für dumm hält und keine Gelegenheit auslässt um es zu belehren. Das gilt übrigens auch für den Überganskanzler. Das Amt des Bundespräsidenten besitzt eine besondere Qualität. Sein Gewicht entsteht zu einem erheblichen Teil durch Worte, Gesten, Begegnungen und moralische Autorität. Deshalb könnte gerade eine Bundespräsidentin Krone-Schmalz eine besondere Rolle spielen. Sie könnte versuchen, Gesprächskanäle dort offenzuhalten, wo andere sie längst aufgegeben haben. Sie könnte dafür werben, dass Europa wieder stärker diplomatisch denkt. Und sie könnte Deutschland international als ein Land vertreten, das seine Interessen verteidigt, ohne deshalb die Verständigung mit anderen Staaten grundsätzlich aufzugeben. Krone-Schmalz formulierte ihre Überzeugung einmal so:

„Wer zum Frieden beitragen möchte, muss sich von Entweder-Oder-Positionen verabschieden.“

Dieser Gedanke ist größer als die aktuelle Auseinandersetzung um Russland und die Ukraine. Er beschreibt eine politische Haltung. Diplomatie funktioniert selten nach dem Prinzip hundertprozentiger Übereinstimmung. Sie funktioniert durch Kompromisse zwischen Staaten, die unterschiedliche Interessen besitzen. Gerade deshalb braucht Diplomatie Menschen, die Widersprüche aushalten können.

Zu einer glaubwürdigen Würdigung von Gabriele Krone-Schmalz gehört allerdings auch die Kontroverse. Ihre Positionen zu Russland und insbesondere zum Verhältnis zwischen Russland, der Ukraine und dem Westen werden seit Jahren heftig kritisiert. Kritiker werfen ihr vor, russische Interessen und russische Sicherheitsargumente stärker zu berücksichtigen als die Perspektiven osteuropäischer Staaten. Insbesondere seit dem Beginn des Konflikts in der Ukraine 2022 stehen ihre Äußerungen im Zentrum kontroverser Debatten. Diese Kritik darf man zwar nicht unterschlagen, kommt sie aber doch auch immer von Leuten die an diesem Konflikt verdienen. Wie glaubwürdig sind diese dann ? Krone-Schmalz selbst hat den russischen Einmarsch jedoch keineswegs als legitim bezeichnet. Ihre Position wurde vielmehr immer wieder damit verbunden, dass der Einmarsch nicht zu rechtfertigen und völkerrechtswidrig sei, während sie gleichzeitig fordert, Vorgeschichte, Sicherheitsinteressen und politische Fehler aller beteiligten Seiten zu untersuchen. Sie erkennt zurecht das es einen "Europäischen Frieden" nur unter Einbeziehung Russlands in diplomatische Debatten geben kann.

Die Erfahrung des Kalten Krieges

Ein weiterer Punkt spricht meiner Ansicht nach für Krone-Schmalz. Sie gehört einer Generation an, die den 1. Kalten Krieg nicht aus Geschichtsbüchern kennt. Sie hat erlebt, was es bedeutet, wenn sich zwei hochgerüstete Machtblöcke gegenüberstehen. Sie berichtete aus Moskau in einer Zeit, in der sich diese Konfrontation langsam auflöste. Die deutsche Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges wurden schließlich nicht auf einem Schlachtfeld erreicht. Sie waren auch Ergebnisse von Verhandlungen. Von offenen Gesprächskanälen. Von Vertrauen. Und auch dem Vorschuss darauf!

Von Menschen wie Willy Brandt, Egon Bahr und später Michail Gorbatschow, die verstanden hatten, dass Sicherheit langfristig nicht ausschließlich durch Abschreckung geschaffen werden kann. Krone-Schmalz knüpft in ihrem politischen Denken erkennbar an diese Tradition an. Sie formulierte einmal:

„Frieden ist harte Arbeit.“ Das klingt beinahe banal. Tatsächlich beschreibt dieser kurze aber prägnante Satz eine der reinsten politischen Wahrheiten, die wir zunehmend vergessen haben: Frieden ist kein natürlicher Zustand. Frieden muss organisiert werden.

Man muss mit Menschen sprechen, die man nicht mag. Man muss Interessen ausgleichen. Man muss Kompromisse schließen. Manchmal muss man nach Jahren des gegenseitigen Misstrauens wieder einen ersten Gesprächsfaden aufnehmen. Genau darin besteht Diplomatie. Sie ist keine Berufspolitikerin – und gerade deshalb interessant!  Das Amt des Bundespräsidenten sollte nicht zwangsläufig der letzte Karriereschritt eines überflüssigen Parteipolitikers sein. Das Grundgesetz verlangt das nicht.

Warum sollte das Staatsoberhaupt nicht wieder stärker aus der Gesellschaft kommen? Eine Journalistin, Wissenschaftlerin und Publizistin mit jahrzehntelanger internationaler Erfahrung könnte diesem Amt einen anderen Charakter verleihen. Krone-Schmalz müsste keine innerparteilichen Rechnungen begleichen. Sie müsste keine politische Karriere mehr planen. Sie müsste nicht darüber nachdenken, welches Ministeramt sie anschließend übernehmen könnte.  Sie könnte tatsächlich das tun, was von einem Bundespräsidenten erwartet wird: reden, zuhören, mahnen und vermitteln.

Ein Gegenentwurf zur zunehmenden Polarisierung

Ihre Kandidatur hätte darüber hinaus eine innenpolitische Bedeutung. Unsere Gesellschaft zerfällt zunehmend in politische Lager, die kaum noch miteinander sprechen. Menschen werden vorschnell als „rechts“, „links“, „Putinversteher“, „Kriegstreiber“, „Verschwörungstheoretiker“ oder mit anderen Etiketten versehen. Das Ergebnis ist häufig nicht Erkenntnis, sondern Gesprächsabbruch. Krone-Schmalz hat genau vor diesem Schwarz-Weiß-Denken immer wieder gewarnt. Vor vielen Jahren sagte sie über ihre persönliche Prägung, sie habe gelernt, Fragen zu stellen, bevor man sich zu einem Urteil aufschwinge. Ebenso habe sie früh erfahren, dass die Welt eben nicht nur aus Gut und Böse bestehe. Was für ein wertvoller Grundsatz für ein Staatsoberhaupt. Findet ihr nicht? Das negative Beispiel ist aktuell ja noch im Amt! Ein Bundespräsident sollte nicht Präsident der Regierung sein. Nicht Präsident der Opposition. Nicht Präsident derjenigen, die „richtig“ gewählt haben. Sondern Bundespräsident aller Deutschen. Dazu gehört auch, Menschen anzusprechen, deren politische Ansichten man selbst nicht teilt. Deutschland braucht endlich wieder eine diplomatische Stimme keinen woken Moralapostel.  Die kommenden Jahre werden außenpolitisch vermutlich nicht einfacher. Europa wird sein Verhältnis zu Russland langfristig klären müssen. Gleichzeitig verschieben sich die weltpolitischen Kräfteverhältnisse. China, Indien und andere Staaten gewinnen an Bedeutung. Die Vereinigten Staaten verfolgen zunehmend ihre eigenen strategischen Interessen. Deutschland braucht deshalb außenpolitische Eigenständigkeit, Sachkenntnis und diplomatische Kompetenz. Eine Bundespräsidentin Krone-Schmalz könnte dabei eine besonderes ernstzunehmende Stimme sein. Natürlich nicht als Ersatz für die Bundesregierung oder als Schattenaußenministerin. Vielmehr als Staatsoberhaupt, das international für eine deutsche Tradition der Diplomatie steht. Für Gespräch statt Gesprächsabbruch. Für Analyse statt Feindbild. Für Interessenausgleich statt moralischer Selbstgewissheit. Und vor allem für die Erkenntnis, dass man Frieden irgendwann immer mit seinem Gegner schließen muss, nicht mit seinen Freunden.

Eine Kandidatur, über die Deutschland diskutieren sollte. Nicht nur einige Ausgewählte in Hinterzimmern. Dass Gabriele Krone-Schmalz polarisiert, ist deshalb für mich kein Argument gegen ihre Kandidatur. Vielleicht ist es sogar eines dafür. Eine Bundespräsidentenwahl sollte mehr sein als das Ergebnis vorheriger Absprachen zwischen Parteizentralen. Sie sollte eine Debatte darüber auslösen, welche Werte das Staatsoberhaupt verkörpern soll. Gabriele Krone-Schmalz steht für journalistische Erfahrung, wissenschaftliche Beschäftigung mit Osteuropa, jahrzehntelange Russlandkenntnis und vor allem für einen beharrlichen Glauben an die Möglichkeiten von Gespräch und Diplomatie.

Das macht sie nicht unfehlbar. Ein Bundespräsident muss aber auch nicht unfehlbar sein. Er sollte, anders als aktuell unabhängig denken können. Meine Favoriten wären also Gabriele Krone-Schmalz oder Harald Schmidt

Für mich wäre ihre Wahl deshalb ein starkes Signal. Ein Signal, dass Deutschland wieder stärker auf Diplomatie setzt. Ein Signal, dass eine abweichende Meinung nicht automatisch eine illegitime Meinung ist. Ein Signal dafür, dass politische Erfahrung nicht ausschließlich in Parlamenten und Parteizentralen erworben wird. Und ein Signal an die Welt, dass Deutschland trotz aller Konflikte bereit bleibt, Gesprächskanäle offenzuhalten. Gabriele Krone-Schmalz sagte über ihre journalistische Arbeit einmal, man müsse die eigenen Sympathien und Antipathien erkennen und versuchen, Sachverhalte möglichst neutral zu vermitteln. Was zunächst nach einem journalistischen Grundsatz klingt, könnte auch ein bemerkenswert gutes Leitmotiv für eine Bundespräsidentin sein.

In einer Zeit der Aufrüstung der Worte und der zunehmenden internationalen Konfrontation brauchen wir vielleicht etwas anderes an der Spitze unseres Staates: eine Diplomatin. Eine Vermittlerin. Eine Frau, die Russland kennt, ohne deshalb Russland sein zu müssen; die den Westen kennt, ohne deshalb jeden seiner Fehler zu übersehen; und die verstanden hat, dass Frieden nicht durch Wunschdenken entsteht, sondern durch beharrliche politische Arbeit.

Deshalb wäre Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz für mich nicht nur irgendeine mögliche Kandidatin.

Sie wäre meine Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin.

 

Mittwoch, 2. September 2026

Die Dienstwagenschlüssel von Thüringen

 

Liebe Leser,

da startet der Tag schon wieder aufregend. Danke für eure tollen Fragen die wieder eingegangen sind. Aber auch die Hinweise. Und hier müssen wir drüber sprechen. Der Landtagsabgeordnete Matthias Herzog hat das BSW verlassen. Joa nehmen wir zur Kenntnis. Weniger politische als mehr wirtschaftlich für die Partei ärgerlich. Natürlich bleibt er in der Fraktion, welch Überraschung und natürlich behält er sein Mandat. Wer hätte es gedacht. Und täglich grüßt das Murmeltier. In Thüringen wundert man sich innerparteilich über nichts mehr. Die ersten Reaktionen aus der Basis kommen prompt: Wut, Enttäuschung und Ärger. Ein Satz in euren Mails ist mir besonders reingegangen: "Wir haben denen vertraut, für diese .... Wahlkampf gemacht ich glaube nicht das er der einzige bleibt..." Und liebe Parteikollegin ich ich verstehe dich, ich glaube da gehen noch mehr, samt Mandate für welche sie nichts gemacht haben! Sie verteidigen die CDU und einen Kanzler der sinnbildlich sagt die Deutschen arbeiten zu wenig, die Ironie sollte allen nun auffallen oder ?

Nun sei es drum, Herzog schwurbelt über seinen Austritt mit dem Verhältnis von Bundesvorstand und Landes- bzw. Fraktionsvorstand und natürlich der angeblich, möglichen, eventuellen Zusammenarbeit mit der AfD. Von der übrigens kein einziger Funktionär in der Partei gesprochen hat, seltsam oder. Klingt wie das senile Geschwurbel von EU Abgeordneten welche die Partei (Inklusive geschenkter Mandate) verlassen haben. Verrückt oder ? .....

Und noch während ich den oberen Text nicht mal fertig habe, wir sind ja auch mitten in Wahlkämpfen, löst sich die Fraktion in Thüringen weiter auf. Nach Herzog laufen nun auch Wogawa, Hoffmeister und Kobelt, natürlich mit Mandat aus dem Fraktionssaal. Das Geschwurbel ist das selbe in Schwarz nur der Treppenwitz der neu gegründeten Partei ist neu. Na herzlichen Glückwunsch. Und danke für die verachtenden Ohrfeigen an die Mitglieder die euch eure Mandatströge vor die Büros gestellt haben! Ich sage euch mal was, ihr seid, meiner Meinung nach,  eine menschliche Enttäuschung auf ganzer Linie! 

Der Zeitpunkt kommt nicht zufällig und politische Beobachter sprechen hier vom "System, Wolf" in Thüringen. Gezielte Aktionen vor dem Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt, wo man einen tollen Wahlkampf macht, mutmaßlich um der eigenen Partei zu schaden. Die Basis in Thüringen verflucht sich mittlerweile dass sie einigen dieser "Selbstgerechten" zum Mandat verhalfen. Aber es gibt auch Sternstunden in der Fraktion und Abgeordnete mit Rückgrat. Auch wenn es im Moment nur 2 sind. Anke Wirsing und Sven Küntzel haben Rückhalt in der Basis, in der Partei und im Jugendverband. Und die Frage ob vielleicht hier eine andere Taktik im Raum steht ist noch offen: Haben diese 4 Sonderlinge sich aus der Partei gezogen damit es nicht zum offenen Bruch der Koalition kommen muss. Denn das BSW sichert ja keine Mehrheiten in Thüringen sondern ist im Patt. Bei jeder Entscheidung angewiesen auf die ehemalige SED. Sollten Wolf und Schütz das inszeniert haben ? Geht es hier um reinen "Machterhalt" um die besagten Dienstwagenschlüssel ? Fragen über Fragen...

Es bleibt spannend!

Wie gut das die Verhältnisse in Sachsen-Anhalt geklärt sind, dort wird es KEINE Altparteiensteigbügelhalter aus Reihen des BSW geben! Die können ihre Dienstwagenschlüssel behalten!

DESHALB! Am kommenden Sonntag in Sachsen-Anhalt BSW wählen!


Dienstag, 1. September 2026

Die letzten Tage des ÖRR

 

Liebe Leser,

was wäre, wenn die GEZ einfach Geschichte wäre?

Stellen wir uns einen Morgen vor, an dem sich für Millionen Menschen in Deutschland zunächst erstaunlich wenig verändert. Der Fernseher funktioniert noch. Das Radio spielt Musik. Nachrichten gibt es weiterhin. Journalisten berichten, diskutieren und recherchieren. Serien, Filme, Dokumentationen und Unterhaltung verschwinden nicht. Nur zwei Dinge sind anders: Niemand muss mehr unter Zwang einen verpflichtenden Rundfunkbeitrag bezahlen. Und das Programm im TV, Radio und Sozialen Netzwerken wäre frei von woke-grüner Indoktrinierung, frei von Belehrung und dafür gefüllt mit Information und guter Unterhaltung...

Ein Ende des heutigen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems wäre nämlich keineswegs das Ende von Journalismus, Kultur oder Information bedeuten. Es wäre vielmehr der Beginn eines neuen Medienzeitalters sein eines Systems, in dem Medien wieder stärker darum kämpfen müssten, dass Menschen sie freiwillig nutzen und finanzieren. Ein System indem verwirrte Knaben nicht über eine Reform des ÖRR schwadronieren könnten weil es ihn einfach nicht mehr bedarf! Aus Zuschauern würden wieder Kunden. Der entscheidende Unterschied wäre die Freiwilligkeit. 

Wer ein bestimmtes Nachrichtenangebot hervorragend findet, könnte es abonnieren. Wer Dokumentationen sehen möchte, bezahlt dafür. Mit freiwilligem Abo oder der Akzeptanz von Werbung. ( Welche es bei der Doppeltfinanzregelung des ÖRR jetzt auch durch die Hintertür gibt!) Wer Sportübertragungen liebt, entscheidet sich für entsprechende Angebote. Und wer mit einem Sender überhaupt nichts anfangen kann, müsste ihn auch nicht finanzieren. Das wäre ein grundlegender Mentalitätswechsel. Medienhäuser könnten sich nicht mehr darauf verlassen, dass ihre Finanzierung unabhängig davon gesichert ist, ob einzelne Bürger ihr Programm tatsächlich nutzen wollen. Sie müssten stärker um Zuschauer, Zuhörer und Leser werben. Plötzlich würde wieder eine ganz einfache Frage zählen:

Ist unser Angebot so gut, so wichtig, so NEUTRAL dass Menschen freiwillig dafür bezahlen?

Genau dieser Wettbewerb könnte enorme kreative Kräfte freisetzen. Mehr Wettbewerb könnte mehr Vielfalt bedeuten Häufig wird behauptet, ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde die Medienvielfalt automatisch schrumpfen. Aber auch das Gegenteil ist Fakt wie uns freie und alternative Medien beweisen. Das Geld, das Bürger bislang verpflichtend unter Zwang für den Rundfunkbeitrag aufbringen, stünde ihnen wieder selbst zur Verfügung. Sie könnten entscheiden, welche Medien sie unterstützen: eine regionale Zeitung, ein digitales Nachrichtenportal, einen Dokumentationskanal, Podcasts, investigative Plattformen oder neue unabhängige journalistische Projekte. Anstelle weniger großer Rundfunkanstalten würde ein viel stärker dezentralisierter Medienmarkt entstehen. Journalisten würden eigene Formate gründen. Regionale Anbieter würden neue Zielgruppen erreichen. Kleine Produktionsfirmen hätten Chancen, die heute von großen Strukturen dominiert werden. Neue Nachrichtensender würden entstehen. Vielfalt würde dann nicht mehr hauptsächlich institutionell organisiert, sondern durch die Entscheidungen von Millionen Menschen.

Auch ARD und ZDF müssten nicht verschwinden. Vielleicht müsste Lanz, Böhmermann und Dunja den Hut nehmen, aber das wäre für viele Menschen eine Erleichterung.

Selbst ein Ende des bisherigen Systems müsste nicht bedeuten, dass sämtliche bekannten Sender über Nacht abgeschaltet werden. ARD, ZDF oder Deutschlandradio müssten sich beweisen und sich verändern. Denkbar wären kleinere Sender, freiwillige Abonnements, werbefinanzierte Angebote, Stiftungsmodelle oder Mischformen. Besonders gesellschaftlich gewünschte Angebote könnten außerdem gezielt finanziert werden, anstatt einen riesigen Rundfunkapparat pauschal über jeden Haushalt zu finanzieren. Vielleicht würden einige Programme zurecht verschwinden. Andere könnten erfolgreicher werden als zuvor. Denn ein Sender, den Millionen Menschen tatsächlich sehen wollen, hat auch in einem freiwilligen Medienmarkt einen erheblichen Wert. Sender müssten Strukturen überprüfen, Verwaltungen verkleinern, Kooperationen ausbauen und Prioritäten setzen. Braucht es jedes Format Braucht es jede Struktur? Welche Programme erfüllen tatsächlich einen gesellschaftlichen Bedarf? Solche Fragen wären nicht länger theoretische Debatten. Sie würden über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Das könnte zu schlankeren Medienunternehmen führen, die weniger Geld für Strukturen und mehr Geld für tatsächlich nachgefragte Inhalte ausgeben. Das Geld bliebe zunächst bei den Bürgern

Der offensichtlichste Effekt wäre jedoch unmittelbar spürbar. Haushalte müssten keinen Rundfunkbeitrag mehr entrichten. Jeder könnte selbst entscheiden, was mit diesem Geld geschieht. Der eine steckt es in Netflix oder Spotify. Der nächste unterstützt eine Zeitung. Ein anderer abonniert ein Nachrichtenportal. Manche würden überhaupt kein Medienabo abschließen und das Geld schlicht für Lebensmittel, Freizeit oder ihre Familie verwenden. Wird eh alles teurer, DANKE Friedrich.

Das Entscheidende wäre nicht, wofür das Geld ausgegeben wird. Das Entscheidende wäre zuerst, wer darüber entscheidet. Nicht eine gesetzliche Beitragspflicht, sondern der Bürger selbst. Journalismus müsste Vertrauen jeden Tag neu verdienen. Die Zeit der Propaganda wäre vorbei! Vielleicht wäre genau das die interessanteste Veränderung. Medien könnten Vertrauen nicht voraussetzen. Sie müssten es verdienen. Wer wie aktuell einseitig berichtet, verliert möglicherweise Abonnenten. Wer schlechte Recherche liefert, bekommt unmittelbar Konkurrenz. Wer bestimmte gesellschaftliche Gruppen dauerhaft ignoriert, schafft Platz für andere Anbieter. Guter Journalismus hätte weiterhin seinen Preis. Aber die Beziehung zwischen Medien und Publikum würde sich verändern: Der Bürger wäre nicht mehr automatisch Beitragszahler, sondern ein Kunde, Leser, Zuschauer oder Unterstützer, der jederzeit sagen kann:

Dieses Angebot überzeugt mich – dafür bezahle ich.

Oder eben:

Dieses Angebot überzeugt mich nicht – ich gehe zur Konkurrenz.

Eine Chance für einen neuen Medienpluralismus.  Das Ende des heutigen öffentlich-rechtlichen Finanzierungssystems stellt auch eine historische Chance dar. Eine Chance, jahrzehntealte Strukturen aufzubrechen und zu beenden. Eine Chance für neue Medienunternehmen. Eine Chance für junge Journalisten und unabhängige Produzenten. Eine Chance für mehr Wettbewerb um Ideen, Zuschauer und Vertrauen.

Und vor allem wäre es eine Rückgabe von Entscheidungsmacht an den Einzelnen!

Deutschland würde am nächsten Morgen nicht ohne Nachrichten aufwachen. Die Demokratie würde nicht plötzlich verstummen. Fernseher und Radios würden nicht schwarz bleiben. Der Medienmarkt würde sich positiv verändern. Manches würde verschwinden. Neues würde entstehen. Gute Angebote würden Unterstützer finden. Schlechte Angebote müssten sich verändern oder Platz für bessere machen. Und vielleicht würde am Ende gerade dadurch etwas entstehen, das der Medienlandschaft seit Jahren fehlt:  Vertrauen.

Nicht weil jeder bezahlen muss. Sondern weil Menschen bezahlen wollen.

Sonntag, 30. August 2026

Merz ist das Problem

 

Lieber Herr Merz, 

Investoren meiden Deutschland nicht wegen einem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, sondern wegen Ihrer Politik! 

Friedrich Merz warnt im Sommerinterview sinngemäß davor, dass je nach Ausgang der politischen Mehrheitsbildung in Sachsen-Anhalt ausländische Investoren künftig nicht mehr zum Spatenstich nach Deutschland kommen könnten. Wo lebt dieser Mann eigentlich? Ernsthaft, vielleicht sollte der Bundeskanzler, der ehemalige, selbsternannter "Wirtschaftskanzler" weniger nach Magdeburg zeigen und sich stärker fragen, warum Deutschland für Investitionen tatsächlich an Attraktivität verloren hat. Unter der Regierung Merz erleben Unternehmen weiterhin ein Land, in dem Bürokratie, Vorschriften und immer neue Auflagen wirtschaftliches Handeln erschweren, Aufschwung zerschlagen. Deutschland diskutiert über zusätzliche Abgaben und Belastungen, während Unternehmen international längst vergleichen, wo Energie günstiger, Genehmigungen schneller, Steuern niedriger und politische Rahmenbedingungen verlässlicher sind. Besonders absurd wird es, wenn die fantasievolle und frei erfundene Luftsteuer, auch bekannt als CO₂-Bepreisung und immer neue klimapolitische Belastungen faktisch dazu führen, dass selbst das Atmen der Wirtschaft gefühlt besteuert wird. Gleichzeitig kämpfen energieintensive Unternehmen mit hohen Energiepreisen, komplizierten Genehmigungsverfahren und einer Verwaltung, bei der ein Spatenstich manchmal schon deshalb in weiter Ferne liegt, weil vorher ein Aktenordner nach dem anderen abgearbeitet werden muss. Und dazu kommen noch die weltfremden und übergriffigen Sonderlinge aus Brüssel, mit Regulierungswut und Unfugsideen.

Investoren brauchen keine politischen Belehrungen darüber, welche Wahlergebnisse ihnen gefallen sollen. Sie brauchen dringend bezahlbare und sichere Energie, wettbewerbsfähige Steuern, weniger Bürokratie, schnelle Genehmigungen, funktionierende Infrastruktur und Planungssicherheit. Wer wissen möchte, warum Investitionen ausbleiben, sollte deshalb nicht zuerst auf die Wähler in Sachsen-Anhalt zeigen. Sollte diese fragwürdig legitimierte (Neuauszählung noch offen) Übergangsregierung weiter an den Hebeln im Berliner Steuerhaus sitzen, kommen Investoren irgendwann tatsächlich nicht mehr zum Spatenstich nach Deutschland.  Aber dann könnte es daran liegen, dass der Spaten vor lauter Vorschriften, Abgaben, hohen Kosten und Bürokratie gar nicht mehr in den Boden kommt.

Herr Merz: Nicht die Demokratie ist Deutschlands Standortproblem. Die Wirtschaftspolitik Ihrer Bundesregierung ist es! Und vielleicht auch Kanzler der nicht weiß wie man Wort hält!


Übrigens finde ich das die Kaste in Berlin weniger im Steuerhaus als vielmehr im "Steuernhaus" sitzt ... ;-) (Wortspiel beabsichtigt)

Weltfremd oder mit Kalkül ?


Bildquelle: Süddeutsche.de
 Liebe Leser,

erstaunlicher als sich über etwas zu wundern ist doch der Zustand sich über etwas nicht mehr zu wundern. Oder? Eine Partei wie die unsere, das BSW, mit tollen Programmen und Inhalten sollte sich eigentlich nicht mit sich selbst beschäftigen / müssen. Und doch passiert es immer wieder. Und immer wieder ist es Thüringen. Als ich vor 1-2 Tagen gelesen habe das der Landesverband Thüringen einen von vielen Mitgliedern gewünschten Sonderparteitag einberufen habe, war ich erfreut. Kurz kam mir der Gedanke dass die Führenden Köpfe in Fraktion und Landesvorsitz samt Gefolgschaft und liebevoll unterhaltenen Umfeld ihre Position, den längst überfälligen Schritt, diese Koalition zu beenden, endlich gehen. Aber Käsekuchen liebe Leser! 

Die Dienstwagenschlüssel sitzen einfach zu fest im Maßanzug und wenn man bei Lanz das Ego gestreichelt bekommt ist es offensichtlich genug Balsam für die Seele um das eigene Gewissen tief zu begraben. Wir nennen so ein Verhalten, den "politischen Opportunismus". Es ist das Verhalten was Vertrauen in die Politik nachhaltig zerstört. 

Wie komme ich nun aber darauf diesen Parteitag, welchen ich ja befürwortet hatte zu Kritisieren?

Nun besagte, meiner Meinung nach, politische Opportunisten haben allen Ernstes diesen völlig richtigen Sonderparteitag auf den 06. September gelegt. Auf den Wahltag in Sachsen-Anhalt. Ihnen ist vollkommen klar das dieser Parteitag extrem kontroverse Debatten hervorrufen wird und das die Berichterstattung negative Auswirkungen auf den Wahlausgang haben könnte. Und doch wird es in kauf genommen. Sogar ignoriert und verschleiert so sagte laut Süddeutsche Zeitung die Landesgeschäftsführerin, Eschrich: „Der Termin ist gewählt worden, weil wir den Parteitag wie beantragt möglichst zeitnah realisieren wollen und an diesem Tag bereits eine Parteiveranstaltung am selben Ort geplant war“ ...

Das man dazu die Satzungsgemäße Ladungsfrist ohne wirklichen Grund verkürzt hat, zeigt mir nach meinem Verständnis und persönlichem Empfinden, dass man hier zwar einen "logistischen" Grund vorschiebt, aber es nur einen wahren Grund gibt: Man will der Mutterpartei und auch Sahra Wagenknecht schaden, einen Denkzettel verpassen und zeigen wie "Mächtig" man in seiner Position ist ... harte Vorwürfe, ich weiß aber anders, ja anders ist es für mich nicht mehr zu erklären was dort gemacht wird. 

Und mit meiner Befürchtung bin ich nicht alleine, 15 Landesvorsitzende aus ganz Deutschland sehen das auch so in einem Appellbrief an die Verantwortlichen in Thüringen heißt es:

"Weshalb der Thüringer Landesvorstand die satzungsrechtlich

vorgesehene Ladungsfrist auf zehn Tage verkürzt hat, um den Parteitag just auf den Tag

der Wahl in Sachsen-Anhalt zu legen, können wir dagegen in keiner Weise

nachvollziehen.

Dies wäre problemlos auch an einem anderen Tag nach den anstehenden

Landtagswahlen möglich. Sicherlich würde das auch dem Wunsch der meisten

Mitglieder im Landesverband Thüringen gerecht.

Es ist damit zu rechnen, dass es auf dem Parteitag zu kontroversen Diskussionen

kommt. Wer ein solches Ereignis parallel zu einer wichtigen Wahl abhält, nimmt in Kauf,

dass das BSW ausgerechnet am Wahltag mit innerparteilichen Auseinandersetzungen

Schlagzeilen macht. Niemand, der den Einzug des BSW in die Landtage unterstützen

möchte, kann das wollen. " 

Auch Medien und freie Journalisten hatten den Brief der dpa wohl vorliegt aufgegriffen und kommen zum selben Schluss. So schreibt der FAZ Hofjournalist für Thüringen, Markus Wehner: "Scheitert das BSW in Sachsen-Anhalt, dann wäre das für einen Verbleib des BSW in der Thüringer Koalition wohl vorteilhaft..." um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Die Absicht hinter der Entscheidung der Verantwortlichen in Thüringen ist klar, man will der Partei Schaden. Man will Sahra Wagenknecht schaden. Den tollen Wahlkampf in Sachsen-Anhalt mit so vielen, vielen tollen Mitglieder und Ideen. Mit so viel Unterstützung aus dem Bundesgebiet schaden. Und da alles zum Erhalt der eigenen "Macht". Ja es geht um das Klammern am Dienstwagenschlüssel! Und ich finde das unverantwortlich der gesamten Partei gegenüber und massiv unfair gegenüber Sachsen-Anhalt!

Darum verstehe ich Sachsen-Anhalt zutiefst und gebe ihnen Recht wenn sie fordern das hier Konsequenzen folgen sollten. Ich zittiere hier einen Passage von Welt.de: 

Auf WELT-Anfrage gibt sich Wolf zurückhaltend: „Wir werden das in den Gremien beraten.“

„Ist für uns nicht hinnehmbar“

Die BSW-Spitze aus Sachsen-Anhalt geht noch einen Schritt weiter. „Frau Wolf und ihr politischer Kurs haben im BSW keinen Rückhalt“, teilen Landeschef Dittrich sowie die Spitzenkandidaten Schulze und Claudia Wittig auf WELT-Anfrage mit. „Und auch außerhalb der Partei fehlt diesem Kurs die Unterstützung. Frau Wolf weiß das.“ Sie unterstellen Wolf Kalkül: „Dass sie nun versucht, den Einzug des BSW in den Landtag von Sachsen-Anhalt zu verhindern und gleichzeitig in Thüringen mit einer kleinen Gruppe aus Fraktions- und Ministeriumsmitarbeitern eine Landesregierung im Amt halten will, die die Mehrheit der Thüringer längst nicht mehr will, zeigt noch einmal sehr deutlich, wo sie politisch steht.“ und weiter:

Ohne Sahra Wagenknecht säße Wolf heute nicht im Landtag und der Landesregierung. „Dieses Mandat für eine Politik gegen das BSW und gegen den Kurs zu nutzen, für den sie gewählt wurde, ist für uns nicht hinnehmbar“, so Wittig, Dittrich und Schulze.

Und sie fordern Konsequenzen: „Wenn sie mit den politischen Grundpositionen des BSW nichts mehr anfangen kann, sollte sie die Konsequenzen ziehen, ihr Mandat zurückgeben und den Platz für jemanden freimachen, der tatsächlich für die Positionen des BSW steht“, so die drei Sachsen-Anhalter. „Sollte sie dazu nicht bereit sein und ihre öffentlichen Aktivitäten gegen das BSW fortsetzen, fordern wir den Bundesvorstand auf, die nach unserer Satzung möglichen Ordnungsmaßnahmen gegen Frau Wolf einzuleiten. Eine Landtagsabgeordnete kann nicht dauerhaft gegen die eigene Partei arbeiten und gleichzeitig selbstverständlich deren Mandat für sich beanspruchen.“

Richtig so!


Samstag, 29. August 2026

Der Peak der Zivilisation

 

Liebe Leser,

einige von euch waren ja gestern Abend in meinem Livestream, erstmal vielen Dank dafür. Diese Diskussion bzw. mein Vortrag und die Anschließende Diskussion geben Hoffnung das viele von uns mit ihren Ideen und Empfinden nicht allein sind. Ich habe noch lange darüber nachgedacht warum so viele diese Gedanken teilen und im Hoch waren wir 75 Leute im Stream, gesamt waren 340 Leute dabei. Aber warum empfinden wir so ?

Ich denke gern an die Welt vor dem Einschlag – Als sich die Welt vor dem 11. September 2001 auf dem Peak der Zivilisation befand. Es gibt Daten welche tatsächlich die Geschichte ordnen. Und es gibt Daten, die Geschichte teilen. Der 11. September 2001 gehört zur zweiten Kategorie. Natürlich war die Welt vor diesem Tag nicht friedlich. Es gab die Jugoslawienkriege, den Völkermord in Ruanda, Terroranschläge, Armut, Rassismus, politische Krisen und unzählige persönliche Tragödien. Wer behauptet, bis 2001 sei die Welt ein Paradies gewesen, betreibt Nostalgie und keine vorurteilsfreie Geschichtsschreibung. Dennoch zeichnet dieses Datum, inklusive seiner Vorgeschichte einen Wendepunkt in unserer Weltgeschichte ab! Die letzten Jahre vor dem 11. September 2001, grob die Zeit zwischen Mitte der Neunziger und dem Sommer 2001, waren zumindest aus westlicher Perspektive ein außergewöhnlicher Moment der kulturellen, technologischen und gesellschaftlichen Balance. Vielleicht sogar unser „Peak Civilization“. Nicht, weil damals alles besser war. Sondern weil für einen kurzen Augenblick erstaunlich viele Dinge gleichzeitig richtig dosiert waren. Die Zukunft im Sommer 2001 war noch etwas, auf das man sich freute... hatten wir doch auch gerade das Millennium hinter uns gelassen :-)  Die vielleicht größte Veränderung zwischen damals und heute lässt sich schwer in Zahlen ausdrücken: Es ist das Lebensgefühl welches diese Zeit bestimmte. Ende der Neunziger roch die Zukunft doch nach puren und ehrlichen Möglichkeiten. Ich meine der Kalte Krieg war vorbei. Die beschissene Berliner Mauer war Geschichte. Europa wuchs zusammen. Wir jungen Leute reisten mit Interrail durch einen Kontinent, dessen Grenzen zunehmend verschwanden. Der Euro stand vor der Einführung und trotz all seiner Schwächen und der berechtigten Kritik, es war aufregend. Ich meine wie viele Generationen erleben schon eine Währungsreform. Das Internet verbreitete sich. Und Soziale Netzwerke waren noch nicht Teil der Kinderzimmer. Wir klingelten um Kontakt zu halten. Computer wurden schneller. Mobiltelefone kleiner. Spiele dreidimensional. Die PS1 hauchte den letzten Atem seiner "New Ära" aus, während die PS2 mit integriertem DVD Player unsere Zimmer revolutionierte. Lara Croft wurde die Heldin unserer Abende und wer verzweifelte nicht an so mancher Höhlenmission. Musik wurde digital, CDs wurden gekauft... digitalisiert und in für uns damals, "gigantischen" Mp3 Hosentaschenbibliotheken herumgeschleppt. Musik wurde getauscht und kopiert und zerstörte damit auch für lange Zeit die Musikindustrie. Machte uns aber auch freier und öffnete die Welt. Man hatte durchaus Angst vor der Zukunft, Stichwort: "Jahr-2000-Problem", aber selbst diese Angst hatte etwas beinahe Charmantes. Um Mitternacht sollte vielleicht der Computer abstürzen. Heute diskutieren wir über künstliche Intelligenz, Cyberkrieg, Desinformation, Pandemien, Klimakrisen und geopolitische Eskalation. Damals stellte man sich das Jahr 2020 mit fliegenden Autos vor. Wie albern wenn man zurückblickt. Heute fragen sich viele eher, welche Krise 2027 als Nächstes bringt. Das ist ein gewaltiger kultureller Unterschied. Die Technologie hatte ihren vielleicht menschlichsten Moment erreicht, beeindruckend, bunt und sie diente zur Unterhaltung und Konsum war aufregend herzlich! 1999 war Technik bereits beeindruckend, aber sie hatte uns noch nicht vollständig verschluckt. Man konnte einen Computer besitzen, im Internet surfen, E-Mails schreiben, ICQ benutzen und trotzdem offline sein. Und „offline“ war kein Zustand, den man bewusst herstellen musste. Man war einfach weg. Wer das Haus verließ, war nicht permanent erreichbar. Niemand erwartete innerhalb von drei Minuten eine Antwort. Niemand konnte sehen, wann man zuletzt online gewesen war. Niemand wusste, wo man sich befand, sofern man es ihm nicht erzählte. Einfach schön. Das Handy war Werkzeug und Spielzeug zugleich. Nokia brachte Geräte heraus, die telefonieren, SMS verschicken und Snake spielen konnten. Mehr musste ein Telefon nicht können. Warum auch ? Das Internet wiederum war noch ein Ort, den man besuchte. Den man bewusst entdeckte, ein Abenteuer. Man setzte sich an den Rechner. Das Modem machte Geräusche, als würde R2-D2 beim Zahnarzt sterben, und anschließend war man im Netz. Ein Traum durch 56k!

Das Entscheidende aber daran: Das Internet war noch nicht die Welt.

Heute sind Internet und Realität kaum noch voneinander zu trennen. Beziehungen, Politik, Nachrichten, Arbeit, Partnersuche, Unterhaltung, Einkaufen und soziale Anerkennung laufen über dieselben Geräte. Damals konnte man den Rechner ausschalten. Und dann war Ruhe. Vielleicht lag genau dort ein technologischer Sweet Spot: genug Technik, um das Leben spannender und komfortabler zu machen, aber noch nicht genug, um jeden freien Augenblick zu besetzen. Popkultur war tatsächlich Kultur. Auch popkulturell wirken die späten Neunziger und das Jahr 2000 heute beinahe absurd dicht. Kino war gesellschaftliches Ereignis und ich geb zu ist es für mich auch heute noch! „Titanic“, „Matrix“, „Fight Club“, „American Beauty“, „The Sixth Sense“, „Saving Private Ryan“, „Gladiator“, „American Pie“, „The Blair Witch Project“ – völlig unterschiedliche Filme wurden zu kulturellen Referenzpunkten. Wer hätte gedacht das man sich mal die Blaue und Rote Pille wünschen würde ... 1999 allein liest sich rückblickend wie ein Cheatcode der Filmgeschichte. Im Fernsehen liefen Serien, über die am nächsten Morgen tatsächlich Millionen Menschen gleichzeitig redeten. „Friends“, „The X-Files“, „South Park“, „Buffy“, „Die Simpsons“ und später „Die Sopranos“ existierten nicht als winzige Ausschnitte eines unendlichen Streamingangebots. Popkultur war stärker gemeinschaftlich. WIR erlebten es zusammen!

Wenn am Sonntagabend ein bestimmter Film im Fernsehen lief, sahen ihn Millionen gleichzeitig. Heute besitzt jeder theoretisch Zugriff auf nahezu die gesamte Kulturgeschichte und trotzdem erleben wir immer weniger davon gemeinsam. Ist das nicht traurig ?

Das ist das Paradox unserer Gegenwart: Wir haben mehr Auswahl als jemals zuvor und weniger gemeinsame kulturelle Bezugspunkte. Und dann die Musik! Vielleicht merkt man den Unterschied nirgendwo deutlicher. Die späten Neunziger waren musikalisch keineswegs einheitlich. Genau das machte sie interessant. Metallica stand neben Britney Spears. The Offspring neben den Backstreet Boys. Eminem neben Rammstein. Blink-182 neben Madonna. Limp Bizkit, Korn und Slipknot machten schwere Gitarrenmusik plötzlich massentauglich. Gleichzeitig liefen Eurodance, Techno, Hip-Hop, Punkrock, Alternative, Boybands und Pop nebeneinander. MTV bedeutete noch „Music Television“. VIVA ebenfalls. Ein Musikvideo konnte ein Ereignis sein. Heute nur noch Youtube Massenware und Morgen schon vergessen. Man wartete darauf, dass ein bestimmter Song im Radio lief, um ihn auf Kassette aufzunehmen und hoffte verzweifelt, dass der Moderator nicht wieder in die letzten fünf Sekunden hineinlaberte. Man ging in Plattenläden. Man kaufte CDs. Man las Booklets. Man kannte Produzenten, Studios und Danksagungen, weil man die verdammte Hülle hundertmal in der Hand gehabt hatte. Musik hatte dadurch eine physische Dimension. Unsere Platten gehörten einem nicht deshalb, weil irgendeine App einen Lizenzvertrag mit einem Rechteinhaber besaß.

Sie lag im Regal. Bei mir bis heute! Sie hatte Kratzer. Sie hatte Erinnerungen. Die letzte analoge Generation lebte bereits digital Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum die Zeit um 2000 so viel ehrlicher und besser waren. Analog und digital existierten gleichzeitig. VHS und DVD. Kassette und MP3. Festnetz und Handy. Brief und E-Mail. Fotoalbum und Digitalkamera. Plattenladen und Napster. PlayStation und Fußballplatz. Internet und echtes Verschwinden. Man konnte die Vorteile der digitalen Revolution erleben, ohne bereits vollständig von ihren Nebenwirkungen abhängig zu sein.

Das macht diese wenigen Jahre technologisch einzigartig.

1990 war die digitale Welt noch zu klein. 2010 war sie bereits allgegenwärtig. Aber um 2000 standen wir genau auf der Brücke zwischen beiden Welten. Wir hatten Langeweile und das war auch mal großartig Ein unterschätzter Luxus dieser Zeit war Langeweile. Wenn man auf den Bus wartete, wartete man auf den Bus. Man betrachtete Menschen. Las die Werbung an der Haltestelle. Trat gegen einen Stein. Dachte nach. Oder langweilte sich einfach zehn Minuten lang. Heute existiert praktisch keine unfreiwillige Leerstelle mehr. Dreißig Sekunden an der Supermarktkasse? Handy raus. Zwei Minuten im Fahrstuhl? Handy raus. Werbung im Fernsehen? Handy raus. Das Smartphone hat Langeweile nahezu abgeschafft. Aber Langeweile war niemals nur nutzlose Zeit. Sie war der Raum, in dem Gedanken entstanden. Man musste sich selbst beschäftigen. Man rief jemanden an. Man ging raus. Man spielte Musik. Man zeichnete. Man baute irgendeinen Unsinn. Wir haben heute praktisch unbegrenzte Unterhaltung in der Hosentasche. Wie ätzend ist das bitte ! Und ausgerechnet deshalb scheint es manchmal schwieriger geworden zu sein, sich wirklich unterhalten zu fühlen. Die Welt war größer

Wer 1998 wissen wollte, wie eine Kneipe in Oslo aussieht, musste hinfahren. Wer wissen wollte, wie Tokio nachts aussieht, kannte vielleicht ein paar Bilder aus Filmen und Zeitschriften. Heute kann man innerhalb von Sekunden virtuell durch fast jede Straße der Erde laufen. Das ist gruselig. denn jede gewonnene Information beseitigt gleichzeitig ein kleines Stück Geheimnis. Die Welt vor Google Maps, Street View, Instagram und TikTok besaß weiße Flecken im persönlichen Atlas. Reisen bedeutete deshalb stärker Entdeckung. Menschen konnten ebenfalls geheimnisvoller sein. Wenn man jemanden auf einer Party kennenlernte, konnte man nicht auf der Toilette innerhalb von drei Minuten dessen halbe Biografie recherchieren. Man musste reden.

Dann kam der 11. September! Und hier endet diese seltsame Zwischenzeit. Die Anschläge vom 11. September 2001 waren selbstverständlich nicht die einzige Ursache aller folgenden Entwicklungen. Geschichte funktioniert nicht so einfach. Aber sie wurden zum symbolischen Ende einer Epoche.

Plötzlich dominierte eine andere Sprache die Nachrichten: Terrorismus. Al-Qaida. Afghanistan. Irak. Homeland Security. Überwachung. Sicherheitskontrollen. Krieg gegen den Terror. Biometrische Pässe. Terrorwarnstufen. Der Optimismus der Neunziger bekam einen gewaltigen Riss. Und starb! Flughäfen wurden zu Sicherheitszonen. Staaten bauten Überwachungsmöglichkeiten aus. Außenpolitik wurde wieder stärker von Krieg, Terror und Sicherheitsfragen bestimmt. Die Zukunft hatte plötzlich ihre Unschuld verloren. Und weitere Einschnitte folgten. Finanzkrise, Eurokrise, Arabischer Frühling und seine Folgen. Flüchtlingskrise. Brexit. Corona. Ukrainekrieg. Inflation. Neue geopolitische Blockbildung.

Währenddessen verwandelte sich das Internet von einem anarchischen digitalen Abenteuerspielplatz in eine gigantische Infrastruktur aus Plattformen, Algorithmen, Werbung und Datensammlung. Aus der persönlichen Homepage wurde der Social-Media-Account. Aus dem Forum wurde der Feed. Aus „Ich suche etwas im Internet“ wurde „Der Algorithmus entscheidet, was ich als Nächstes sehe“. Der Preis der permanenten Vernetzung. Ich sag euch, das Internet von 2000 war langsam und chaotisch. Es war schwer zu durchforsten und auch teuer. Aber es hatte einen Vorteil: Es war dezentraler. Heute konzentriert sich ein gewaltiger Teil unserer digitalen Aufmerksamkeit auf wenige Plattformen. (Auch ein Grund warum ihr meine Inhalte nur noch exklusiv hier findet!) Und deren Geschäftsmodell benötigt Aufmerksamkeit. Empörung erzeugt Aufmerksamkeit. Diese Angst erzeugt Aufmerksamkeit. Euer Konflikt erzeugt Aufmerksamkeit. Damit entstand eine Maschine, die permanent den Eindruck vermitteln kann, die gesamte Welt stehe unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Man kann sich in seiner durch Algorithmen gebildeten Blase total verrennen ! Früher erfuhr man morgens aus Zeitung oder Radio, dass irgendwo etwas Schreckliches passiert war. Heute kann man das Ereignis innerhalb weniger Minuten aus zwanzig Perspektiven sehen, anschließend 400 Kommentare darüber lesen, sich mit einem Fremden darüber streiten und zwei Stunden später vom Algorithmus den nächsten Skandal präsentiert bekommen. Auch das macht etwas mit uns. Die Welt ist dadurch nicht zwangsläufig überall gefährlicher geworden. Aber sie ist psychologisch näher gekommen. Es belastet uns denn, jede Katastrophe der Erde passt heute in unsere Hosentasche.

Zurück zum Peak der Zivilisation!

Für mich ist die Formulierung nicht übertrieben. Medizinisch, wissenschaftlich und technologisch wäre es zwar Unsinn zu behaupten, die Menschheit habe 2001 ihren objektiven Höhepunkt erreicht. Heute können wir Dinge, die damals Science-Fiction gewesen wären. Ein Smartphone ersetzt Telefon, Kamera, Videokamera, Navigationsgerät, Walkman, Lexikon, Zeitung, Fernseher, Taschenrechner, Stadtplan und halbes Büro. Wir können innerhalb von Sekunden mit Menschen auf anderen Kontinenten sprechen. Medizinische Behandlungen haben sich verbessert. Wissen ist in einem Umfang verfügbar, von dem frühere Generationen nur träumen konnten. Aber vielleicht besteht Fortschritt nicht ausschließlich darin, was technisch möglich ist. Ich finde wir sollten uns heute auch fragen: 

Wie viel davon tut uns gut? Und unter diesem Gesichtspunkt lässt sich meine These, meine persönliche Sicht und Einordnung vom „Peak Civilization“ zumindest verstehen. Die Welt um 1999 oder 2000 hatte bereits viele Annehmlichkeiten der Moderne. Aber sie hatte noch analoge Rückzugsräume. Wir hatten "dieses Internet" aber kein Internet rund um die Uhr. Social Media und die das Internet hatten jedoch nicht uns! Wir hatten Handys aber keine permanente Erreichbarkeit. Wir entdeckten digitale Musik gingen aber noch leidenschaftlich in Plattenläden und das mache ich bis heute. Wir hatten Computerspiele aber noch keinen permanenten Online-Zwang. Physische Medien zum anfassen statt Downloads die uns vom Betreiber abhängig machten! Und  ich hasse es das heute alles nur noch mit Internetzugang gestartet und gespielt werden kann! Warum Sony ? WHY ?

Wir hatten internationale Nachrichten aber keinen endlosen Doomscrolling-Feed durch dämlich Videos und Bilder die unseren Geist abstumpfen lassen. Wir hatten natürlich auch Globalisierung aber noch das Gefühl, dass die Welt groß war. Und wir noch viel entdecken konnten! Wir hatten kunterbunte Technik aber die  nun farblose Technik hatte noch nicht unsere gesamte Aufmerksamkeit kolonisiert.

Vielleicht vermissen wir deshalb nicht die Neunziger. Wir vermissen das Verhältnis zur Welt. Natürlich spielt Nostalgie eine Rolle. Klar. Wer damals jung war, erinnert sich an Freunde, erste Partys, erste Konzerte, Sommerferien, Videotheken, Freibäder, verrauchte Jugendzentren, Bravo, MTV, Game Boy, PlayStation, VHS-Kassetten und das Geräusch eines Modems. Das eigene Leben war einfacher, weil es echt war. Weil die Menschen noch echt waren. Diesen Faktor darf man nicht unterschlagen. Aber Nostalgie erklärt nicht alles. Es gab tatsächlich strukturelle Unterschiede. Privatsphäre war normaler. Unerreichbarkeit war akzeptiert. Popkultur war gemeinschaftlicher und kreativer. Technologie verlangte weniger permanente Aufmerksamkeit. Das Internet war weniger zentralisiert aber machte uns freier. Und die westliche Gesellschaft lebte nach dem Ende des Kalten Krieges für einige Jahre in einer ungewöhnlich optimistischen historischen Zwischenphase mit Metal, Punk und EUrodance. Vielleicht war das die eigentliche Besonderheit. Wir standen zwischen zwei Zeitaltern. Hinter uns lag die analoge  wunderschöne Welt des 20. Jahrhunderts. Vor uns lag die kalte vollständig vernetzte Welt des 21. Jahrhunderts. Und für ein paar Jahre hatten wir das Beste aus beiden.

Der letzte Sommer der alten Welt Deshalb wirkt der Sommer 2001 rückblickend so merkwürdig. Mir fehlt diese Welt oft, euch auch ? Mir fehlen MTV, ICQ, LAN-Partys, Freibäder ohne Gewalt und Angst, Internet-Cafés und Videotheken.

Man verabredete sich um acht Uhr irgendwo und wer um acht Uhr nicht dort war, war eben nicht dort. Keine dauernden Live-Standorte. Keine nervenden Push-Nachrichten. Kein ungewollter Feed. Keine Story die uns mehr ausschließt und langsam aus den Leben der anderen entfernt. Kein permanentes Publikum das neuen "Content" braucht um zu wissen das es dich gibt. Das Leben musste nicht dokumentiert werden, um stattgefunden zu haben.

Dann kam der Morgen des 11. September 2001.

Zwei Flugzeuge flogen in das World Trade Center. Ich war damals wie erstarrt vor dem TV. Ein weiteres traf das Pentagon. Ein viertes stürzte in Pennsylvania ab. Fast 3.000 Menschen wurden getötet. Die Türme welche in meinem Leben immer in der Skyline von NEW York über den Bildschirm flimmerten verschwanden. Und mit ihnen verschwand nicht buchstäblich die ruhige, bunte und fröhliche Welt der Neunziger. Der 10. September 2001 war vielleicht der letzte Tag einer Epoche, in der der Westen glaubte, seine größten Konflikte lägen hinter ihm und seine aufregendsten Möglichkeiten noch vor ihm. Danach begann das 21. Jahrhundert wirklich. Vielleicht waren die Jahre davor deshalb objektiv die beste Zeit der Menschheitsgeschichte. Der kurze Augenblick, in dem Technologie bereits Freiheit bedeutete, ohne permanente Abhängigkeit zu bedeuten; Globalisierung Abenteuer versprach, ohne jede Entfernung aufzulösen; Popkultur riesig war, ohne vollständig algorithmisiert zu sein; und Zukunft für viele Menschen eher nach Verheißung als nach der nächsten Krise klang.

Vielleicht war das nicht für alle der Peak der Zivilisation.

Vielleicht war es nur der perfekte Zwischenstand.

Aber verdammt für mich fühlte es sich tatsächlich so an!


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Freitag, 28. August 2026

Thüringen in 1001 Nacht!

 


Liebe Leser,

knapp 36 Jahre nach dem Mauerfall halten diese "Mainstreamexperten" die Menschen in unserem gesamten Deutschland doch für völlig bescheuert! Oder? Da sitzt die mutmaßlich unbeliebteste BSW Politikerin Katja Wolf  beim Gebührenverbrenner Lanz und erzählt uns einiges aus Thüringens 1001 Nacht! Man erklärt eine komplette Sendung lang durch die Blume und auch ganz offen dass die Menschen im ehemaligen Osten keine Ahnung hätten was sie wählen würden. Wieviel Angst diese "Expertenrunde" vor BSW und auch AfD hat ist so unendlich peinlich wie dieses Jammern über "Sahra hat so lange mit mir nicht gesprochen" als wenn eine Landeschefin nicht Sahras Nummer hätte, come on hahahahaha 

Zur Thematik sollte man wissen, eine Sendung Markus Lanz kostet laut Recherche ca: 100.000€ inklusive des Moderatoren Gehaltes. das sind knapp 5447 GEZ Monatsbeiträge, falls ihr wissen wollt wohin eure unter Druck erzwungenen Gebühren fließen. Um dann von Karrieristen und unglaublich "versierten" Regierungsjournalisten zu erfahren wie unglaublich "antisemitisch" ein Plakat des BSW Sachsen-Anhalt sei auf dem man zurecht Fragt wie viel Geld wir noch in der Ukraine versenken wollen. Weil ... "Selenskyj auf dem Plakat einen Bart trägt" ... weil ... " die abgebildeten Personen die Hände aufhalten" und weil das Wort ... "Abzocke" auf dem Plakat steht. Kein Witz, wirklich hat er so gesagt ... man müsse es in der Summe sehen... na schönen Dank liebe Sprachpolizei, hat jemand ein Tempo für den Knaben. Nicht zum aushalten. Zur Erinnerung: 5447 GEZ Beiträge! Die ganze Posse geht ernsthaft 75 Minuten .... 75 Minuten!

Und was nicht noch alles geblubbert wurde. Ich muss sagen ich war selbst in der ehemaligen SED kein Fan von Katja Wolf und mir tat Eisenach immer etwas leid, aber jetzt find ich sie fast schon gut. Sie zeigt mir warum die Zuständigen eigentlich genauer bei der Aufnahme hätten hinsehen müssen. Ein wirkliches Paradebeispiel. Mag man jetzt gemein finden, ist mir aber ziemlich wurscht. Thüringen war und ist ein Fehler und was die Teile von Fraktion und Teile der Landesspitze dort treiben ist falsch! Und das wissen die auch. In Thüringen selbst gibt es viele, viele großartige Mitglieder die auf einem Sonderparteitag hoffentlich das Wohl der Partei über die Karrieregeilheit einiger Sonderlinge stellen und diesen Irrsinn und diese Steigbügelpartie beenden!


Ich bin so unendlich froh das Sachsen-Anhalt hier Kurs hält und das wir mit Sahra Wagenknecht gemeinsam an unseren Zielen, einer friedlichen Politik mit Vernunft und Gerechtigkeit arbeiten!