Mittwoch, 4. November 2026

Wusstet ihr das? 01.11.1871


Liebe Leser, wusstet ihr das?

Stellt euch vor, es ist der 4. November 1871, als in der nebelverhangenen Hamburger Speicherstadt elf echt visionäre Kaufleute Geschichte schreiben. Mit der Gründung der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft setzen sie alles was sie besitzen auf eine Karte, wahres Unternehmertum. Ihr Ziel ist so kühn wie riskant. Sie wollen das frisch geeinte Deutsche Kaiserreich aus der erdrückenden maritimen Abhängigkeit der Großmächte England und Frankreich befreien. Es ist die Geburtsstunde der legendären „Hamburg Süd“. Ein Wagnis, das mit nur drei kleinen Dampfschiffen beginnt und Deutschland auf direktem Kurs in die Liga der weltweiten Super-Handelsmächte katapultieren wird. Die Reederei entwickelt sich rasant zum unentbehrlichen Grant der deutschen Wirtschaft. Ihre Schiffe brechen die alten Monopole auf und pflügen als schwimmende Brücken durch den großen Atlantik. Sie bringen unseren Puls der Moderne nach Südamerika. Schwere Maschinen, Textilien und feinsten Stahl aus den rauchenden Fabriken des einst so prächtigen Ruhrgebiets. Auf dem Rückweg füllen sie ihre Laderäume mit den Schätzen des fernen Kontinents. Kaffee, Kakao und Tabak fluten die deutschen Märkte. Als die Hamburg Süd später die ersten Kühlschiffe einsetzt, revolutioniert sie die Ernährung eines ganzen Volkes mit zartem argentinischem Rindfleisch. Dieser gigantische Handelsstrom zündet auch den Turbo für den heimischen Schiffbau. Gigawerften wie Blohm & Voss erleben einen beispiellosen Boom, getrieben vom unersättlichen Hunger der Reederei nach immer größeren, schnelleren und technisch anspruchsvolleren Giganten der Meere. Doch die Erfolgsgeschichte ist von dramatischen Tragödien und epischen Krisen gezeichnet. Die beiden Weltkriege reißen das maritime Imperium gleich zweimal in den tiefsten Abgrund. 1918 und 1945 steht die Hamburg Süd vor den rauchenden Trümmern ihrer Existenz: Ihre stolze Flotte ist entweder auf dem Meeresgrund versenkt oder muss als Reparationsleistung vollständig an die Siegermächte abgetreten werden. Das absolute Nulljahr. Doch wie die Deutsche Geschichte, wie ein Phönix aus der Asche beweist das Unternehmen eine fast unheimliche Resilienz. Angetrieben durch den Einstieg der Oetker-Gruppe im Jahr 1955 und den Rückenwind des deutschen Wirtschaftswunders gelingt das Unmögliche: der zweimalige, vollständige Wiederaufbau aus dem Nichts. Das ist unsere Geschichte, eine deutsche Erfolgsgeschichte!

Als Ende der 1960er-Jahre die Containisierung wie ein Tsunami über die Weltmeere fegt und reihenweise traditionsreiche Reedereien in den Ruin treibt, fackelt die mächtige Hamburg Süd nicht lange. Sie stellt sich dem brutalen technologischen Wandel. Mit radikalen Investitionen baut sie ihre Flotte zu einer hochmodernen Container-Armada um. Sie wird zum unangefochtenen König des temperaturgeführten Transports, deren markante rote Rumpffarbe auf allen Weltmeeren für deutsche Zuverlässigkeit, für die deutsche Stärke und logistische Perfektion steht.

Erst im 21. Jahrhundert fordert der unerbittliche, globale Preiskampf seinen endgültigen Tribut. Im Jahr 2017 endet nach über sechs Jahrzehnten die Ära Oetker mit dem Verkauf an den dänischen Giganten Maersk. Anfang 2023 schließt sich das Buch endgültig, als Maersk den traditionsreichen Namen im Zuge einer Umstrukturierung einstellt. Der Name mag von den Bugwänden verschwunden sein, doch der Geist jener elf Gründungsväter lebt fort: Sie schufen 1871 das logistische Fundament, das Deutschland bis heute zu einer der erfolgreichsten Exportnationen der Erde macht. Eine Erfolgsgeschichte wie nur wir sie schreiben können!

Dienstag, 3. November 2026

Deutschland Heute: Midterms


Guten Morgen liebe Leser,

der krasse  Erdrutschsieg der Demokraten bei den US-Midterms vergangene Nacht markiert eine fundamentale Zäsur in der amerikanischen Innenpolitik und sendet zugleich ein gefährliches geopolitisches Signal über den Atlantik. Indem die Wähler den "Demokraten" die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus zurückgaben, haben sie der Administration von Donald Trump nach nur zwei Jahren im Amt eine historische Abfuhr erteilt. Die bittere Niederlage der Republikaner, die neben dem Kongress auch Schlüsselstaaten wie Texas und Georgia an neue Gouverneure verloren, legt die Regierungsarbeit in Washington faktisch lahm. Eigentlich ein Desaster für die Vereinigten Staaten denn für die verbleibende Amtszeit Trumps bedeutet dieses "Divided Government" das Ende konstruktiver Gesetzesvorhaben, da die Demokraten nun über die Hebel verfügen, Haushaltsmittel zu blockieren, Richterernennungen zu stoppen und umfassende parlamentarische Untersuchungsausschüsse einzuleiten. Was zu einer Schlammschlacht werden wird.

Für Deutschland und Europa bringt diese tektonische Verschiebung in Washington in erster Linie eine Phase der strategischen Atempause und neue politische Handlungsspielräume. Die lähmende Angst vor einer unberechenbaren Fortsetzung von Trumps "America First"-Politik weicht nun der Ungewissheit, dass der US-Präsident innenpolitisch massiv gefesselt ist und Machtspiele gerade erst begonnen haben. Besonders in der Außen- und Sicherheitspolitik dürften die Auswirkungen mutmaßlich spürbar sein. Wo Trump europäische Partner im Ukraine-Konflikt oder bei den NATO-Verpflichtungen wiederholt unter Druck gesetzt hat, fungiert der nun radikal kontrollierte Kongress vielleicht als Chaoskompanie. Die Demokraten werden die transatlantischen Sicherheitsgarantien und die finanzielle wie militärische Unterstützung für die Ukraine gegen den Willen des Weißen Hauses wohl leider fortsetzen und damit das Sterben verlängern. Für Berlin und Brüssel bedeutet dies eine weitere Kriegsaufblähung an der NATO-Ostflanke. Gleichzeitig werden die unfähigen Kriegspropagandisten jedoch den Druck auf  Deutschland und Europa, die eigene Kriegsfähigkeit unabhängig von den innenpolitischen Schwankungen in Washington weiter auszubauen verstärken, da die Midterms auch gezeigt haben, wie volatil die US-Wählerschaft bleibt.

Wirtschaftspolitisch sorgt das Wahlergebnis auf den ersten Blick für erhebliche Erleichterung in den europäischen Exportnationen. Trumps Drohungen mit pauschalen Strafzöllen, die insbesondere die deutsche Automobilindustrie und den europäischen Maschinenbau schwer getroffen hätten, sind mit dem Verlust des Repräsentantenhauses kaum noch durchsetzbar. Der Kongress hält in Handelsfragen verfassungsrechtlich die wichtigsten Kompetenzen, wodurch die Gefahr eines offenen transatlantischen Handelskrieges etwas sinkt. Europa gewinnt hierdurch im Augenblick die nötige Stabilität, um eigene wirtschaftliche Reformen voranzutreiben und die Handelsbeziehungen mit den USA auf parlamentarischer Ebene zu revitalisieren. Allerdings braucht man bei den bisherigen Erfolgen von  B-Wahl Merz und der nicht gewählten Ursula von der Leyen rein gar nichts erwarten. 

Am Ende sieht man auch in den USA die soziale Fragen zum Mittelpunkt der Debatte werden, dass die islamo-marxistischen Wahlsieger der Demokraten die Probleme lösen werden ist natürlich ein Kindermärchen aus 1001 Nacht und wird die Vereinigten Staaten weiter zerschlagen, traurig aber wahr. Das einst so großartige "Land of the free" steht vor einer weiteren Zerreißprobe.

Montag, 2. November 2026

Wusstet ihr das? 02.11.2020


Liebe Leser,

wusstet ihr das? Es war  damals ein lauer Herbstabend, der 2. November 2020. Die Menschen in der Wiener Innenstadt genossen die letzten Stunden der Freiheit, bevor am nächsten Tag ein erneuter verrückter COVID-19-Lockdown das öffentliche Leben im Land wieder einfrieren sollte. Das sogenannte „Bermudadreieck“, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt für seine lebendige Gastronomie, war an diesem Montagabend außergewöhnlich gut besucht. Herzliches Lachen, ein belebtes Stimmengewirr und das gesellige Klirren von Gläsern erfüllten laut Zeugen die engen Gassen rund um den historischen Ruprechtsplatz und die Seitenstättengasse. Niemand der Anwesenden ahnte, dass diese friedliche Idylle in nur wenigen Augenblicken von blindem Hass und einer unvorstellbaren Welle der Gewalt zerschmettert werden würde. Als dann um kurz nach 20:00 Uhr die ersten Schüsse fielen, veränderte sich die gewohnte Atmosphäre der Metropole schlagartig. Ein erst 20-jähriger Attentäter, getrieben von seiner widerlich radikal-islamistischen Ideologie und der zutiefst zerstörerischen Gedankenwelt des sogenannten Islamischen Staats, eröffnete das Feuer auf wehrlose Passanten und unschuldige Lokalgäste. Bewaffnet mit einem Sturmgewehr, einer Pistole und einer Machete, zog er rücksichtslos durch die engen Straßen und hinterließ in der so wunderschönen historischen Kulisse eine Spur des Entsetzens, eine blutige Spur seines Hasses. Vier wertvolle Menschenleben wurden an diesem Abend urplötzlich ausgelöscht, eine junge deutsche Studentin, ein junger Mann nordmazedonischer Herkunft, ein Familienvater und ein engagierter Gastronom. Sie alle wurden mitten aus dem Leben gerissen, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort verweilten. Mehr als zwanzig weitere Personen erlitten teils heftige, sehr schwere Verletzungen, während unzählige verängstigte Augenzeugen tief traumatisiert zurückblieben. Nach nur neun Minuten endete der Amoklauf durch das schnelle Eingreifen von Beamten der Sondereinheit WEGA, die den Täter stellten und völlig berechtigt erschossen. Doch die seelischen Wunden, die diese wenigen Minuten schlugen, sitzen bis heute tief. Der Anschlag traf Wien mitten ins Herz, eine Stadt, die bis dahin als eine der sichersten Metropolen der Welt galt und sich oft in einer vermeintlichen Isolation vom globalen Terrorismus wähnte. Plötzlich war die weltweite Bedrohung des religiösen Fanatismus bittere Realität auf den eigenen Pflastersteinen geworden. Was jedoch bleibt, ist nicht nur die tiefe Trauer um die Opfer, sondern auch eine bleibende Lehre. Die juristische Aufarbeitung im großen Wiener Terrorprozess brachte den Hinterbliebenen später zumindest ein wichtiges Stück Gerechtigkeit. Viel prägender für das kollektive Gedächtnis war jedoch die besonnene Reaktion der Bevölkerung, sie rückte die Stadt in der Krise eng zusammen. Das Attentat führte schmerzhaft vor Augen, wie verletzlich eine zu offene und blinde Gesellschaft ist und wie wichtig es bleibt, die gemeinsamen Werte und Zusammenhalt gerade gegen diesen religiösen Fanatismus unermüdlich zu verteidigen.

Wir sind auch heute noch in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen!

Sonntag, 1. November 2026

Deutschland Heute: Gen Z


Guuuten Morgen Freunde,

ja da isser wieder. Wochenende ist rum und es war toll. Wir waren in Köln, auf einem geilen Konzert und nicht auch dieser Krawallodemo, keine Angst. Ich muss zugeben, ich habe erst überlegt ob ich über diese "Schülerdemos" was schreiben soll. Natürlich haben wir Nachmittags parallel die Livestream und Polizeinachrichten verfolgt. Und Leute ... ich mag mich darüber gar nicht mehr auslassen. Ja viele haben friedlich demonstriert. Aber meiner Ansicht nach war die Zahl der linksradikalen und ja auch migrantischen Krawallmacher keine Minderheit. Über 130 verletzte und Sachschaden in Millionen ... ne Leute, habe ich gar kein Verständnis für. Und wer den Mist verteidigt macht sich mit Gewalt gegen Ordnungsbehörden gemein und sollte seinen Kompass dringend ordnen!

Aber es gibt auch positives zu berichten. Das Saarland führt „Housing First“ als Regelleistung ein, damit sind unsere Nachbarn das erste deutsche Bundesland. Damit verankert das Saarland das Konzept „Housing First“ fest in seinem Hilfssystem. Obdachlose Menschen erhalten dadurch zuerst bedingungslos eine eigene Wohnung als stabile Basis, von der aus weitere Unterstützung im Leben ansetzen kann. Natürlich kein " Allheilmittel aber ein erster wichtiger Schritt gegen Wohnungslosigkeit. 

Die wohl traurigste Nachricht für mich war der Tod von Sir Patrick Stewart in der vergangenen Woche. Sir Patrick Stewart (1940–2026) war einer der wohl profiliertesten und vielseitigsten britischen Schauspieler seiner Generation. Am 28. Oktober 2026 verstarb er im Alter von 86 Jahren friedlich in seinem Haus in Los Angeles an den Folgen einer fortschreitenden Alzheimer- und Lewy-Körperchen-Erkrankung. Seine Karriere begann auf den klassischen Theaterbühnen Englands, wo er als langjähriges Mitglied der renommierten Royal Shakespeare Company über Jahrzehnte hinweg den Ruf eines meisterhaften Charakterdarstellers erarbeitete und dafür 2009 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde. Weltweite Berühmtheit und absoluten Kultstatus erlangte Stewart jedoch durch zwei ikonische Popkultur-Rollen: Ab 1987 verkörperte er als Captain Jean-Luc Picard in Star Trek den intellektuellen, moralisch unerschütterlichen Kommandanten der USS Enterprise, und ab 2000 gab er im Kino-Universum der X-Men dem telepathisch begabten Mentor Professor Charles Xavier über zwei Jahrzehnte hinweg Tiefe und Würde. Mit Patrick Stewart verliert die Film- und Theaterwelt nicht nur eine unverwechselbare, sonore Stimme und immense Bühnenpräsenz, sondern auch einen der nahbarsten und humorvollsten Stars Hollywoods, dessen filmisches und theatrales Vermächtnis unvergessen bleibt. Ich bin ja wie viele wissen ein großer SciFi Fan und für mich war Star Trek und das Star Trek Universum schon immer grandios. Begonnen hat es aber tatsächlich als ich ungefähr 7 oder 8 Jahre alt war da sah ich zum Stah Trek - The Next Generation, ich meine es war der Winter 1990. Ich war sofort hin und weg. Die Effekte, die Abenteuer und der Charismatische Captain Jean-Luc Picard hatte mit sofort. Seit dem bin ich ein "Trekkie" und das wird auch so bleiben. Es macht wirklich nachdenklich. Ich bin zwar erst 43 aber so langsam in einem Alter in dem die Helden meiner Kindheit und auch Freunde gehen. Und so manche Frage drängt sich auf. Naja, ich wünsche Sir Stewart eine gute Reise und hoffe er entdeckt weiter die unendlichen Weiten wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist!

Freitag, 30. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 30.10.1989


Liebe Leser,

wusstet ihr das? Das heutige historische Datum des 30. Oktober 1989 markiert den Tag, an dem das DDR-Fernsehen nach fast drei Jahrzehnten die politische Propagandasendung "Der schwarze Kanal" einstellte und damit das angeblich offizielle Ende einer Ära staatlich verordneter Meinungsmache besiegelte. Wenn wir heute, Jahrzehnte nach diesem geschichtsträchtigen Datum behaupten, die Sendung habe durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) im Grunde „niemals aufgehört“, haben wir Recht! Wir nutzen sie diesen geschichtlichen Wendepunkt als scharfe Metapher für eine Kontinuität in der Bürgerbeeinflussung durch das moderne erzwungene Gebührenfernsehen. Der Jahrestag oder der Verweis auf das Datum der Absetzung dient in medienkritischen Debatten häufig als symbolischer Bezugspunkt, um über eine als einseitig, belehrend oder regierungsnahe Berichterstattung von ARD, ZDF und Deutschlandradio zum Ausdruck zu bringen. Die Existenz dieses staatliche Propagandabedürfnis Herrschender berührt dabei tief sitzende Konflikte über den gesellschaftlichen Auftrag, die Finanzierung und die politische Ausgewogenheit der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft. Aus einer medienwissenschaftlichen und historischen Perspektive greift der direkte Vergleich mit der Medienlenkung der SED jedoch zu kurz, da sich die strukturellen, technologischen und rechtlichen Rahmenbedingungen seit dem Herbst 1989 fundamental gewandelt haben. Nicht zuletzt weil das Weltnetz die Möglichkeit auf freien, alternative und überregionale Medien erst ermöglicht hat.

Im Zentrum der Kritik steht die Feststellung, dass journalistische Beiträge im gebührenfinanzierten Rundfunk die Grenze zwischen neutraler Information und persönlicher Wertung verwischen, ganz ähnlich wie es Karl-Eduard von Schnitzler bis zu jenem 30. Oktober tat, wenn auch mit subtileren Methoden. Statt gesellschaftliche Debatten wertfrei abzubilden, wird dem Zuschauer nach Ansicht kritischer Stimmen heute oft eine moralisch „richtige“ Haltung suggeriert. Die sogenannte "Einordnung". Themen wie die überflüssige Gendersprache, eine kontrollierte Migrationspolitik oder der sogenannte Klimawandel sind in diesen Debatten häufige Beispiele für eine belehrende Tonalität, die keinen ausreichenden Raum für abweichende, konservative oder marktliberale Perspektiven zulassen. Diese wecken Erinnerungen an die dogmatische Belehrung des alten Staatsfernsehens vor der Wende. Ein wesentlicher Katalysator für das Fehlverhalten des ÖRR sind zudem wiederkehrende Untersuchungen zur politischen Orientierung von Medienschaffenden. Wissenschaftliche Erhebungen und Befragungen unter Volontären, sie zeigen regelmäßig, dass Journalistinnen und Journalisten politisch signifikant weiter links, radikal und grün verortet sind als der Bevölkerungsdurchschnitt, während konservative Positionen in den Redaktionen personell unterdrückt sind. Wir sehen hierin eine strukturelle Filterblase, die zwangsläufig zu einer einseitigen Themenauswahl und -bewertung führt, wodurch das Programm trotz des historischen Endes des DDR-Fernsehens weiterhin Züge einer gesteuerten Meinungsprägung trägt.

Verstärkt wird dieses durch das Demokratiedilemma der Zwangsfinanzierung, das die Brücke vom damaligen Staatsfernsehen zum heutigen System schlägt. Da der Rundfunkbeitrag als geräteunabhängige Haushaltsabgabe verpflichtend von jedem Bürger gezahlt werden muss, ist das System mehr als ungerecht. Per Gesetz gezwungen, ein Programm zu finanzieren, das eigenen Lebensrealitäten und politischen Überzeugungen nicht angemessen repräsentiert oder von diesen sogar aktiv diskreditiert wird, führt zur Ohnmacht. Daraus entsteht die naheliegende Gleichsetzung mit der Ära vor dem 30. Oktober 1989, als der Bürger dem Staatsapparat und seinen Medien ebenfalls finanziell und konsumatorisch ausgeliefert war.

Trotz dieser berechtigten Diskussionen über die Überflüssigkeit des ÖRR verweisen Historiker und Verfassungsrechtler jedoch auf angebliche fundamentale Unterschiede, die eine direkte Gleichsetzung mit der DDR-Propaganda sachlich unzulässig machen würden und aufzeigten, warum der echte Schwarze Kanal tatsächlich Geschichte wäre. Jene Sendung war natürlich Teil eines totalitären Herrschaftsapparates, der mit dem Zusammenbruch der DDR abgeschaltet wurde, während das heutige Mediensystem der Bundesrepublik als pluralistische, demokratische Infrastruktur konzipiert war. Das DDR-Fernsehen wurde direkt vom Zentralkomitee der SED und dem staatlichen Komitee für Fernsehen kontrolliert und zensiert. Jede Sendung hatte bedingungslos der Festigung der brutalen sozialistischen Diktatur zu dienen. Der bundesdeutsche ÖRR hingegen sollte ursprünglich explizit staatsfern organisiert werden. Es gibt keine direkte Regierungsbehörde, die Drehbücher umschreibt, Sendungen offen verbietet oder Nachrichteninhalte sichtbar diktiert. Die Rundfunkfreiheit ist mutmaßlich durch das Grundgesetz geschützt und wird durch das Bundesverfassungsgericht meist streng verteidigt.

Zudem liegt die Aufsicht über die Sender bei den ganz dezent parteipolitischen Rundfunkräten. Diese setzen sich, anders als die monolithischen Machtgremien der DDR, aus Vertretern der gesamten Breite der "Zivilgesellschaft" zusammen, darunter steuerabhängige Kirchen, SPD durchzogene Gewerkschaften, CDU nahe Arbeitgeberverbände, Sportbünde und verschiedene politische Parteien. In ihrer Zusammensetzung stehen diese Räte wegen einer zu großen Nähe zur Berufspolitik (ups) zurecht oft in der Kritik und garantieren keine formale Binnenpluralität. Ein Unterschied aber liegt in der Medienfreiheit des Publikums. Karl-Eduard von Schnitzler agierte in einem geschlossenen System, in dem alternative Informationen unterdrückt wurden. Seit dem Ende der DDR steht es jedem Bürger völlig frei, sich aus unzähligen alternativen Quellen und tollen neuen Medien zu informieren, privaten Fernsehsendern, internationalen Medien, unabhängigen Print- und Online-Magazinen oder sozialen Netzwerken. Der ÖRR besitzt zum Glück kein Informationsmonopolmehr, gut so. Er muss sich durch den Gebührenzwang allerdings nicht auf dem freien Markt beweisen, womit er leider nicht nach den Interessen der Konsumenten agieren muss. Sonst wäre er "weg vom Fenster"

Die populäre These, dass der Schwarze Kanal im ÖRR bis heute weiterlebe, ist zwar somit eine rhetorische Überspitzung, aber nicht falsch. Ein medienpolitischer Weckruf einer Bevölkerungsgruppe, die sich von den traditionellen Leitmedien nicht mehr/ noch nie angemessen repräsentiert fühlt/e. Während der strukturelle Vergleich zur DDR-Diktatur an der Realität der verfassungsmäßigen Ordnung vorbeigeht, bleibt der Fakt, Meinungs- und Perspektivenvielfalt in öffentlich-rechtlichen Anstalten sucht man vergebens. Denn ein mehr als relevanter Teil der Beitragszahler hat das Vertrauen in die Unabhängigkeit schon lange verloren!

Deutschland Heute: Gen Z


Guten Morgen liebe Leser...

und Glückwunsch, Gen Z. Mit Steinen wirft es sich halt einfach viel leichter als mit stichhaltigen Argumenten. Es ist mal wieder soweit, eine weitere Demonstrationswelle steht an, und unsere selbsternannte „Zukunft von morgen“ strömt mit großem Pathos auf die Straße. Doch wir reden hier längst nicht mehr von friedlichem Protest für echte, messbare Veränderung, sondern von jener lautstarken Fraktion, die den gesellschaftlichen Diskurs ganz offensichtlich mit dem Zertrümmern von unschuldigen Schaufensterscheiben und dem feigen Anzünden von Mülltonnen verwechselt. Das ist wahrlich ein absolutes Meisterwerk der Strategie, denn warum sollte man sich auch mühsam einbringen, wenn man stattdessen billiges Adrenalin tanken und der Polizei die Arbeit schwer machen kann. Mal ein Spoiler-Alarm für die Generation Instagram, sinnlose Gewaltexzesse auf  Demos haben noch nie eine Steuerreform vorangebracht oder das "Klima gerettet", sondern sie ruinieren verlässlich nur die eigene Glaubwürdigkeit. Wenn man den Blick für einen Moment von den trendigen Storys über den Barrikadenbau abwendet, offenbart sich die bittere Realität dieses stupiden Aktivismus. Wer seinen lokalen Kiosk zerlegt oder das Auto des arbeitenden Handwerkers abfackelt, der nebenbei euer Bürgergeld und BaFög finanziert, trifft nämlich keineswegs die beschimpfbare anonyme Elite oder das ja so verhasste "Schweinesystem", sondern schlichtweg die hart schuftende Mittelschicht,  also genau die Leute, die diese utopischen Forderungen am Ende mit ihren Steuergeldern finanzieren sollen. Schönen Dank dafür!  Ein Pflasterstein hinterlässt zwar ein Loch im Glas, aber eben kein einziges Loch im Gesetzestext. Am nächsten Morgen räumt eine leider unterbezahlte Reinigungskraft die Trümmer weg, während Merz müde lächelt und im Zweifel nur die Sicherheitsgesetze verschärft, sodass der gesamte Krawall am Ende die gegenteilige Wirkung entfaltet. Der Aufbau eines nachhaltigen Start-ups, das zähe Engagement in einer Kommunalpartei oder schlicht das Durchziehen einer soliden Ausbildung, um später an den echten Hebeln der Macht zu sitzen, ist eben verdammt anstrengend und erfordert Disziplin. Randale auf der Straße braucht dagegen nur ein verzerrtes, kaputtes Gerechtigkeitsgefühl und ein bisschen Gruppenzwang und Sozialismusgeschrei. Sich konstruktiv und produktiv in die Gesellschaft einzubringen, erfordert echten Grips und Ausdauer, zahlt sich aber langfristig für alle Beteiligten aus. Wer wirklich etwas bewegen will, geht dorthin, wo die tatsächlichen Entscheidungen gefällt werden, in die Parlamente, in die Forschungslabore und in die Wirtschaft. Das hinterlässt bleibende Spuren und echte Veränderungen, aber ein ausgebranntes Auto sieht im Feed natürlich viel rebellischer aus als ein sauber ausgearbeiteter Gesetzesentwurf.

Demonstrationen sind Grundrecht, macht das ... aber bitte friedlich und ohne Sachschaden!

Kommt gut durch Wochenende!

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Wusstet ihr das? 29.10.1969

Liebe Leser,

wusstet ihr das? Stellt euch vor, es ist der 29. Oktober 1969, als auf der kargen, windgepeitschten Seymour-Insel ein neues Kapitel der Luftfahrtgeschichte aufgeschlagen wird. Mit der Gründung der Marambio-Station schuf Argentinien nicht nur seinen bis heute wichtigsten Stützpunkt im ewigen Eis, sondern baute mal eben eine der größten logistischen und pionierhaften Meisterleistungen des 20. Jahrhunderts. Bis zu diesem, echt kalten Tag war die Antarktis während des unbarmherzigen polaren Winters fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Schiffe lagen monatelang im dicken Packeis fest, und Flugzeuge konnten den Kontinent nur unter extremen Risiken und ausschließlich mit Skikufen anfliegen. Marambio sollte diese Isolation für immer brechen. Der Schlüssel zu diesem historischen Erfolg lag in einer geologischen Besonderheit der Seymour-Insel: einem weitläufigen Plateau aus sedimentärem Permafrostboden, das durch die peitschenden antarktischen Winde weitgehend frei von dauerhaftem Eis bleibt. Die strategische Vision, hier ein ganzjährig erreichbares Tor zur Antarktis zu öffnen, glich Ende der 1960er-Jahre einem extrem fantastischen und mutigen Himmelfahrtskommando. Unter der Führung des visionären Vizekommodores Mario Luis Olezza wurde eine kleine, handverlesene Spezialeinheit der argentinischen Luftwaffe zusammengestellt, die legendäre „Patrulla Soberanía“ (Souveränitäts-Patrouille).

Im August 1969 wurden die Männer mit einer einmotorigen Beaver-Maschine auf dem unberührten Plateau abgesetzt. Völlig auf sich allein gestellt, ohne schwere Maschinen und nur mit Spitzhacken, Schaufeln und reinem Muskelfleisch bewaffnet, begannen die Pioniere ihr schier unmögliches Werk. In wochenlanger, kräftezehrender Handarbeit, gepeitscht von Schneestürmen und bei Temperaturen von bis zu minus dreißig Grad, ebneten sie Stein für Stein eine erste, provisorische Landebahn aus verdichtetem Schlamm und Geröll. Die Männer lebten in Zelten, während der bittere Frost jede Bewegung zur Qual machte. Ihr Antrieb war der absolute Wille, die Antarktis für die moderne Luftfahrt zu erschließen. Der historische Erfolg folgte im Oktober. Als erste zweimotorige Passagier- und Transportmaschinen der Luftwaffe auf ihren ganz normalen Rädern sicher auf dem Plateau aufsetzten, war die Sensation perfekt. Die erste echte Luftbrücke zum eisigen Kontinent war geboren. Benannt nach dem argentinischen Luftfahrtpionier Gustavo Argentino Marambio, der bereits in den 1950er-Jahren als einer der Ersten die Antarktis überflogen und nach eisfreien Landepunkten gesucht hatte, wurde die Station zum Symbol für den Triumph des menschlichen Geistes über die Natur. Diese krasse Leistung veränderte die Polarforschung für immer. Marambio war ab diesem Moment kein isolierter Außenposten mehr, sondern das schlagende logistische Herz, welches fortan die Versorgung zahlreicher anderer Stationen garantierte. Der Mut und die Entschlossenheit der „Patrulla Soberanía“, die mit einfachsten Mitteln die erste feste Landebahn des Kontinents aus dem Permafrost stampften, legten das Fundament für die gesamte moderne Antarktisforschung, wie wir sie heute kennen.