Das cowboyhafte Verhalten der USA im Nahen Osten unter Donald Trump
Die Vereinigten Staaten präsentieren sich immer gerne als Garant von Stabilität, Demokratie und internationaler Ordnung. Gerade unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump zeigt sich jedoch erneut ein anderes Bild: Entführungen, Militärschläge, Drohungen, Luftangriffe und eine Politik, die häufig ohne breite internationale Abstimmung erfolgt. Besonders im Nahen Osten wird deutlich, dass die USA weiterhin bereit sind, ihre Interessen mit menschenverachtender militärischer Gewalt durchzusetzen, oft ohne langfristigen Plan und ohne Rücksicht auf die Folgen für die betroffenen Regionen.
Die Eskalation im Nahen Osten
Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 setzte Trump auf eine deutlich aggressivere Außenpolitik. Besonders betroffen war der Konflikt mit den Huthi-Rebellen im Jemen. Nachdem die Huthi Schiffe im Roten Meer attackierten, ordnete Trump im März 2025 massive Luft- und Seeschläge gegen Huthi-Stellungen an. Dabei wurden vermeintlich Radarstellungen, Luftabwehrsysteme, Raketenstellungen und Drohnenlager bombardiert. Die Operation wurde unter dem Namen „Operation Rough Rider“ geführt und entwickelte sich schnell zur größten Militäraktion der USA im Nahen Osten seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Die Angriffe dauerten wochenlang an. Laut Berichten kamen dabei Hunderte Huthi-Kämpfer ums Leben. Gleichzeitig gab es jedoch auch erhebliche zivile Opfer. Der Beleg des "Yemen Data Project" zählt allein hier mehr als 500 zivile Opfer. Menschenrechtsorganisationen und Hilfsorganisationen warnten, dass die Bombardierungen die ohnehin katastrophale humanitäre Lage im Jemen weiter verschärften. Das interessierte den Herren der Bomben eher weniger. Das Land gilt bereits seit Jahren als eines der ärmsten und instabilsten Länder der Welt. Trump begründete die Angriffe mit dem Schutz internationaler Handelswege und der Sicherheit amerikanischer Schiffe. Kritiker werfen ihm jedoch zurecht vor, dass die USA erneut einen regionalen Konflikt verschärft haben, statt auf Diplomatie zu setzen. Selbst innerhalb des amerikanischen Kongresses gab es Warnungen, dass die Luftschläge nicht ausreichend parlamentarisch legitimiert seien.
Der Konflikt mit Iran
Noch gefährlicher entwickelte sich die Lage gegenüber Iran. Im Februar 2026 begannen die USA gemeinsam mit Israel militärische Aktionen gegen iranische Ziele. Auslöser waren angebliche Streitigkeiten um das iranische Atomprogramm und die Kontrolle über die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit. Spannend, Hinter Donald Trump stehen seit Jahren mehrere einflussreiche Öl- und Gas-Milliardäre, die seine Wahlkämpfe und politische Agenda unterstützen. Besonders wichtig ist Harold Hamm, Gründer von Continental Resources. Er gilt als einer der wichtigsten Verbindungen zwischen Trump und der Ölbranche. Hamm organisierte 2024 Spendentreffen mit Ölmanagern und sammelte Millionen für Trump ein. Trump hatte der Branche im Gegenzug weniger Umweltauflagen und mehr Förderrechte in Aussicht gestellt. Auch Kelcy Warren, Mitgründer von Energy Transfer, gehört zu Trumps Unterstützern. Er spendete mehrere Millionen Dollar und profitierte laut Berichten später von Entscheidungen zugunsten von LNG-Projekten und Pipelines. Weitere bekannte Namen sind Charles Koch und Julia Flesher Koch aus dem Koch-Imperium, außerdem Bryan Sheffield aus der texanischen Ölbranche. Mehrere Berichte nennen diese Gruppe als Teil von Trumps „fossil fuel billionaire network“. Insgesamt soll die Öl- und Gasbranche im Wahlzyklus 2024 hunderte Millionen Dollar in Republikaner, Trump-nahe Gruppen und Lobbyarbeit investiert haben. Trump selbst sprach 2024 laut mehreren Berichten offen davon, dass die Branche rund eine Milliarde Dollar für ihn sammeln solle, weil sie unter ihm Steuern und Umweltauflagen sparen würde. Das diese nun von dem Chaos im Iran und der Region profitieren ... naja wer an solche Zufälle glaubt bracht Hilfe!
Die USA verhängten eine Seeblockade gegen iranische Häfen, stationierten zusätzliche Truppen in der Region und führten Luftschläge gegen iranische Ziele durch. Die Folgen waren dramatisch. Die Ölpreise stiegen weltweit deutlich an, die Straße von Hormus wurde zeitweise teilweise blockiert und es bestand die reale Gefahr eines offenen Krieges zwischen den USA und Iran. Kritiker im amerikanischen Kongress warfen Trump vor, ohne ausreichende Zustimmung des Parlaments gehandelt zu haben. Mehrere Versuche, seine militärischen Befugnisse einzuschränken, scheiterten jedoch knapp. Besonders problematisch ist, dass Trump in diesem Konflikt mehrfach widersprüchliche Aussagen machte. Einerseits drohte er Iran offen mit weiterer Zerstörung, andererseits sprach er regelmäßig von möglichen Friedensabkommen. Diese Mischung aus Drohung und plötzlicher Verhandlungsbereitschaft führte bei Verbündeten und Gegnern gleichermaßen zu Unsicherheit. Die bis zum Zeitpunkt dieses Beitrages nicht entschärft ist ! Die Lage zur massiven Eskalation über die Region hinaus besteht permanent.
Weitere Militärschläge weltweit
Die aggressive Außenpolitik der Trump-Regierung beschränkt sich nicht nur auf den Nahen Osten. Auch in anderen Teilen der Welt haben die USA seit Anfang 2025 verstärkt militärisch eingegriffen. Besonders stark betroffen war Somalia. Dort führten die USA laut verschiedenen Berichten mehr als 100 Luftschläge gegen islamistische Gruppen wie den sogenannten Islamischen Staat und Al-Shabaab durch. Die Zahl der Angriffe überstieg damit sogar die Gesamtzahl vergleichbarer Einsätze unter mehreren früheren Präsidenten zusammen. Das rief nun auch die "MAGA" Bewegung auf den Plan. Das Wahlversprechen "NO MORE WAR" gilt unter den Hardlinern als faktisch ausradiert. Und die Bewegung orientiert sich nun auf innere Ikonen wie .B. Candace Owens. Sie war lange eine der lautesten Trump-Unterstützerinnen, greift ihn inzwischen aber regelmäßig wegen Überwachung, Außenpolitik und seiner Haltung zu Israel an. Sie bezeichnete ihn zuletzt sogar als „Betrüger“. Auch Megyn Kelly kritisiert Trump immer wieder öffentlich, etwa wegen seiner Außenpolitik, seines Umgangs mit Religion und mancher Selbstdarstellung. Selbst innerhalb konservativer Medien gilt sie mittlerweile als jemand, der Trump zwar oft unterstützt, ihm aber nicht blind folgt. Oder z.B. Marjorie Taylor Greene war ja lange fast bedingungslos auf Trump-Linie. Inzwischen attackiert sie ihn aber wegen möglicher neuer Kriege im Nahen Osten und weil sie findet, dass Trump seine „America First“-Versprechen verrät. Sie gehört zu den prominentesten Stimmen innerhalb der Bewegung, die offen vor einer Entfremdung der Basis warnen. Ebenfalls interessant ist Tucker Carlson. Er bleibt zwar grundsätzlich im MAGA-Lager, kritisiert Trump aber scharf, sobald es um militärische Einsätze, Iran oder Unterstützung für Israel geht. Gerade die Frage „America First oder neue Kriege?“ hat große, wohl kaum zu heilende Risse innerhalb der Bewegung erzeugt. Es gibt sie also auch die offenen Stimmen, unter anderem noch radikaler ist Nick Fuentes. Er bezeichnet Trump inzwischen als „Scam“ und behauptet, die MAGA-Bewegung habe ihre eigenen Versprechen verraten. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen ausbleibende Abschiebungen, die Außenpolitik und die Nähe zu etablierten Republikanern. Selbst Teile der konservativen Medienwelt und bekannte Podcaster wie Joe Rogan gelten inzwischen als skeptischer gegenüber Trump als noch vor einigen Jahren. Vor allem hohe Preise, ausbleibende Reformen und mögliche neue Kriege sorgen bei Teilen der Basis von Frust bis zur offenen Ablehnung!
Auch im Irak setzten die USA ihre militärischen Operationen fort. Im März 2025 töteten amerikanische Streitkräfte bei einem Luftschlag einen hochrangigen IS-Kommandeur. Zwar wurde dies offiziell als Anti-Terror-Einsatz dargestellt, dennoch zeigt es, dass die USA weiterhin bereit sind, in fremden Staaten militärisch zu handeln. Zudem gab es Kriegsberichte über amerikanische Operationen in Syrien, Venezuela und in Teilen der Karibik, vermeintlich gegen "Drogenkartelle". Insgesamt sollen die USA im Jahr 2025 mindestens 626 Luftschläge durchgeführt haben, mehr als unter der gesamten Amtszeit von Joe Biden zusammen.
Warum die USA kein verlässlicher Bündnispartner sind
Die amerikanische Außenpolitik unter Trump zeigt ein grundlegendes Problem. Die USA handeln oft nicht nach festen Prinzipien, sondern nach kurzfristigen Interessen. Heute wird ein Staat unterstützt, morgen sanktioniert, übermorgen bombardiert. Und offene Drohungen über die " Auslöschung einer ganzen Nation" gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft! Verbündete können sich nie sicher sein, ob Washington an ihrer Seite steht oder plötzlich einen Kurswechsel vollzieht. Gerade europäische Staaten wie Deutschland erleben seit Jahren, dass sie sich nicht vollständig auf die USA verlassen können. Trump drohte mehrfach damit, militärische Verpflichtungen innerhalb der NATO einzuschränken, wenn europäische Staaten nicht mehr Geld für Verteidigung ausgeben. Gleichzeitig entscheidet Washington immer wieder alleine über militärische Aktionen, deren Folgen dann auch Europa tragen muss, etwa durch steigende Energiepreise, neue massive Flüchtlingsbewegungen oder größere Unsicherheit auf den Weltmärkten. Einer von vielen Gründen warum meiner Ansicht nach Deutschland das Kriegsbündnis der NATO verlassen sollte! Besonders im Nahen Osten wird sichtbar, dass die USA oft eher als Brandbeschleuniger denn als Friedensmacht auftreten. Statt Konflikte zu entschärfen, werden neue Fronten geschaffen. Staaten wie Iran, Jemen, Syrien, Afghanistan oder Irak erleben seit Jahren, dass amerikanische Eingriffe häufig keine dauerhafte Stabilität bringen, sondern bestehende Konflikte weiter verschärfen. Das bedeutet nicht, dass die USA grundsätzlich ein Feind Europas wären. Aber sie sind unter Trump kein verlässlicher, berechenbarer und ruhiger Partner. Ein echter Verbündeter handelt planbar, spricht sich mit Partnern ab und setzt nicht ständig auf militärische Eskalation. Die Außenpolitik Trumps zeigt dagegen oft das Gegenteil: schnelle Entscheidungen, harte Drohungen und militärische Aktionen, deren langfristige Folgen kaum bedacht werden. Ein verhalten das man normalerweise von Warlords oder Diktatoren kennt. Am Ende bleibt der Eindruck einer Supermacht, die weiterhin glaubt, mit Bomben, Sanktionen und Drohungen politische Probleme lösen zu können. Genau dieses „cowboyhafte“ Verhalten sorgt weltweit für Misstrauen, auch bei vielen bisherigen Verbündeten der USA. Gut das diese Einsicht stetig auch die Unterstützer Tump's erreicht!
(Beitrag im Newsletter des I.G.S. 02/26 )






