Dienstag, 1. September 2026

Die letzten Tage des ÖRR

 

Liebe Leser,

was wäre, wenn die GEZ einfach Geschichte wäre?

Stellen wir uns einen Morgen vor, an dem sich für Millionen Menschen in Deutschland zunächst erstaunlich wenig verändert. Der Fernseher funktioniert noch. Das Radio spielt Musik. Nachrichten gibt es weiterhin. Journalisten berichten, diskutieren und recherchieren. Serien, Filme, Dokumentationen und Unterhaltung verschwinden nicht. Nur zwei Dinge sind anders: Niemand muss mehr unter Zwang einen verpflichtenden Rundfunkbeitrag bezahlen. Und das Programm im TV, Radio und Sozialen Netzwerken wäre frei von woke-grüner Indoktrinierung, frei von Belehrung und dafür gefüllt mit Information und guter Unterhaltung...

Ein Ende des heutigen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems wäre nämlich keineswegs das Ende von Journalismus, Kultur oder Information bedeuten. Es wäre vielmehr der Beginn eines neuen Medienzeitalters sein eines Systems, in dem Medien wieder stärker darum kämpfen müssten, dass Menschen sie freiwillig nutzen und finanzieren. Ein System indem verwirrte Knaben nicht über eine Reform des ÖRR schwadronieren könnten weil es ihn einfach nicht mehr bedarf! Aus Zuschauern würden wieder Kunden. Der entscheidende Unterschied wäre die Freiwilligkeit. 

Wer ein bestimmtes Nachrichtenangebot hervorragend findet, könnte es abonnieren. Wer Dokumentationen sehen möchte, bezahlt dafür. Mit freiwilligem Abo oder der Akzeptanz von Werbung. ( Welche es bei der Doppeltfinanzregelung des ÖRR jetzt auch durch die Hintertür gibt!) Wer Sportübertragungen liebt, entscheidet sich für entsprechende Angebote. Und wer mit einem Sender überhaupt nichts anfangen kann, müsste ihn auch nicht finanzieren. Das wäre ein grundlegender Mentalitätswechsel. Medienhäuser könnten sich nicht mehr darauf verlassen, dass ihre Finanzierung unabhängig davon gesichert ist, ob einzelne Bürger ihr Programm tatsächlich nutzen wollen. Sie müssten stärker um Zuschauer, Zuhörer und Leser werben. Plötzlich würde wieder eine ganz einfache Frage zählen:

Ist unser Angebot so gut, so wichtig, so NEUTRAL dass Menschen freiwillig dafür bezahlen?

Genau dieser Wettbewerb könnte enorme kreative Kräfte freisetzen. Mehr Wettbewerb könnte mehr Vielfalt bedeuten Häufig wird behauptet, ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk würde die Medienvielfalt automatisch schrumpfen. Aber auch das Gegenteil ist Fakt wie uns freie und alternative Medien beweisen. Das Geld, das Bürger bislang verpflichtend unter Zwang für den Rundfunkbeitrag aufbringen, stünde ihnen wieder selbst zur Verfügung. Sie könnten entscheiden, welche Medien sie unterstützen: eine regionale Zeitung, ein digitales Nachrichtenportal, einen Dokumentationskanal, Podcasts, investigative Plattformen oder neue unabhängige journalistische Projekte. Anstelle weniger großer Rundfunkanstalten würde ein viel stärker dezentralisierter Medienmarkt entstehen. Journalisten würden eigene Formate gründen. Regionale Anbieter würden neue Zielgruppen erreichen. Kleine Produktionsfirmen hätten Chancen, die heute von großen Strukturen dominiert werden. Neue Nachrichtensender würden entstehen. Vielfalt würde dann nicht mehr hauptsächlich institutionell organisiert, sondern durch die Entscheidungen von Millionen Menschen.

Auch ARD und ZDF müssten nicht verschwinden. Vielleicht müsste Lanz, Böhmermann und Dunja den Hut nehmen, aber das wäre für viele Menschen eine Erleichterung.

Selbst ein Ende des bisherigen Systems müsste nicht bedeuten, dass sämtliche bekannten Sender über Nacht abgeschaltet werden. ARD, ZDF oder Deutschlandradio müssten sich beweisen und sich verändern. Denkbar wären kleinere Sender, freiwillige Abonnements, werbefinanzierte Angebote, Stiftungsmodelle oder Mischformen. Besonders gesellschaftlich gewünschte Angebote könnten außerdem gezielt finanziert werden, anstatt einen riesigen Rundfunkapparat pauschal über jeden Haushalt zu finanzieren. Vielleicht würden einige Programme zurecht verschwinden. Andere könnten erfolgreicher werden als zuvor. Denn ein Sender, den Millionen Menschen tatsächlich sehen wollen, hat auch in einem freiwilligen Medienmarkt einen erheblichen Wert. Sender müssten Strukturen überprüfen, Verwaltungen verkleinern, Kooperationen ausbauen und Prioritäten setzen. Braucht es jedes Format Braucht es jede Struktur? Welche Programme erfüllen tatsächlich einen gesellschaftlichen Bedarf? Solche Fragen wären nicht länger theoretische Debatten. Sie würden über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Das könnte zu schlankeren Medienunternehmen führen, die weniger Geld für Strukturen und mehr Geld für tatsächlich nachgefragte Inhalte ausgeben. Das Geld bliebe zunächst bei den Bürgern

Der offensichtlichste Effekt wäre jedoch unmittelbar spürbar. Haushalte müssten keinen Rundfunkbeitrag mehr entrichten. Jeder könnte selbst entscheiden, was mit diesem Geld geschieht. Der eine steckt es in Netflix oder Spotify. Der nächste unterstützt eine Zeitung. Ein anderer abonniert ein Nachrichtenportal. Manche würden überhaupt kein Medienabo abschließen und das Geld schlicht für Lebensmittel, Freizeit oder ihre Familie verwenden. Wird eh alles teurer, DANKE Friedrich.

Das Entscheidende wäre nicht, wofür das Geld ausgegeben wird. Das Entscheidende wäre zuerst, wer darüber entscheidet. Nicht eine gesetzliche Beitragspflicht, sondern der Bürger selbst. Journalismus müsste Vertrauen jeden Tag neu verdienen. Die Zeit der Propaganda wäre vorbei! Vielleicht wäre genau das die interessanteste Veränderung. Medien könnten Vertrauen nicht voraussetzen. Sie müssten es verdienen. Wer wie aktuell einseitig berichtet, verliert möglicherweise Abonnenten. Wer schlechte Recherche liefert, bekommt unmittelbar Konkurrenz. Wer bestimmte gesellschaftliche Gruppen dauerhaft ignoriert, schafft Platz für andere Anbieter. Guter Journalismus hätte weiterhin seinen Preis. Aber die Beziehung zwischen Medien und Publikum würde sich verändern: Der Bürger wäre nicht mehr automatisch Beitragszahler, sondern ein Kunde, Leser, Zuschauer oder Unterstützer, der jederzeit sagen kann:

Dieses Angebot überzeugt mich – dafür bezahle ich.

Oder eben:

Dieses Angebot überzeugt mich nicht – ich gehe zur Konkurrenz.

Eine Chance für einen neuen Medienpluralismus.  Das Ende des heutigen öffentlich-rechtlichen Finanzierungssystems stellt auch eine historische Chance dar. Eine Chance, jahrzehntealte Strukturen aufzubrechen und zu beenden. Eine Chance für neue Medienunternehmen. Eine Chance für junge Journalisten und unabhängige Produzenten. Eine Chance für mehr Wettbewerb um Ideen, Zuschauer und Vertrauen.

Und vor allem wäre es eine Rückgabe von Entscheidungsmacht an den Einzelnen!

Deutschland würde am nächsten Morgen nicht ohne Nachrichten aufwachen. Die Demokratie würde nicht plötzlich verstummen. Fernseher und Radios würden nicht schwarz bleiben. Der Medienmarkt würde sich positiv verändern. Manches würde verschwinden. Neues würde entstehen. Gute Angebote würden Unterstützer finden. Schlechte Angebote müssten sich verändern oder Platz für bessere machen. Und vielleicht würde am Ende gerade dadurch etwas entstehen, das der Medienlandschaft seit Jahren fehlt:  Vertrauen.

Nicht weil jeder bezahlen muss. Sondern weil Menschen bezahlen wollen.

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