Mittwoch, 7. Oktober 2026

Wusstest du das ? 07.10.2023


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Es war ein Samstagmorgen, der die Welt in ihren Grundfesten erschüttert hat. Als am 7. Oktober 2023 die Sirenen über Israel ertönten, ahnte vermutlich noch niemand, dass dieser Tag als der dunkelste Moment in der modernen Geschichte des jüdischen Volkes seit der Schoa eingehen würde. Was als koordinierter Überraschungsangriff der Terrororganisation Hamas begann, entfesselte eine Welle der Brutalität, die in ihrer Grausamkeit kaum in Worte zu fassen ist. In den Kibbuzim entlang des Gazastreifens und auf den Tanzflächen des Supernova-Festivals wurde das unbeschwerte Leben von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht. Gerade dieses lässt mich nur beschwerlich neutral bleiben. Als Musiker bin ich auf Festivals daheim und diese friedliche Unbeschwertheit so zu zerschlagen. Wie Tiere über feiernde Jugendliche herzufallen ... Nur Unmenschen sind dazu in der Lage! Rund 1.200 Menschen wurden an diesem Tag aus dem Leben gerissen. Väter, Mütter, Großeltern, Jugendliche und Kleinkinder. Sie wurden in ihren eigenen Betten überrascht und ermordet, auf den Straßen gejagt und in Schutzräumen hingerichtet. Es war ein beispielloser Zivilisationsbruch, der tiefe, nicht verheilende Wunden in der Seele einer ganzen Nation und der weltweiten jüdischen Gemeinschaft hinterlassen hat.

Das maßlose Leid, das an diesem Tag seinen Anfang nahm, lässt sich bis heute nicht in nackten Zahlen messen. Es lebt fort in den Augen der Überlebenden, die das Unbeschreibliche mit ansehen mussten. Es hallt wider in den leeren Zimmern der 251 Menschen, die als Geiseln brutal verschleppt wurden, ein monatelanges, grausames Martyrium im Dunkeln der Tunnel von Gaza, der Hamas, das für viele mit dem Tod endete und deren Heimkehr oft nur noch schmerzhafte Gewissheit über ihren Verlust brachte. Jede einzelne Familie, die seither um ein Kind, einen Partner oder ein Elternteil trauert, trägt eine Last, die keine Zeit der Welt jemals vollständig lindern kann. Dieses Trauma hat sich tief in das kollektive Gedächtnis eingebrannt und erinnert auf schmerzhafte Weise an die dunkelsten Kapitel der Schoa. Ein Sprichwort sagt sinngemäß , wer nur ein Leben rettet - rettet die ganze Welt. Was ist dann bitte mit solchen Mördern...

Doch die Schockwellen dieses Angriffs reichten weit über die Grenzen des Nahen Ostens hinaus. Die unmittelbare Folge war ein verheerender Vernichtungskrieg, der die gesamte Region in eine Spirale der Gewalt stürzte und unzählige weitere unschuldige Menschenleben forderte. Leid gebiert Leid, und die Bilder von Zerstörung, Flucht und Tod auf beiden Seiten der Grenze verdeutlichen die bittere Tragik dieses uralten Konflikts. Jedes verlorene Menschenleben ist eine Tragödie für sich, und das anhaltende Leid der Zivilbevölkerung mahnt uns täglich an die Zerbrechlichkeit des Friedens und der menschlichen Existenz.

Besonders besorgniserregend sind die globalen Nachwirkungen: Seit diesem Tag erleben wir weltweit, auch mitten in Europa, einen erschreckenden und schmerzhaften Anstieg von Antisemitismus. Jüdinnen und Juden müssen wieder Angst haben, wenn sie Synagogen besuchen, ihre Kinder in den Kindergarten bringen oder sich öffentlich zu ihrer Identität bekennen. Das ist unerträglich. Es darf in einer aufgeklärten, humanen Welt keine Debatte darüber geben, dass jüdisches Leben bedingungslos geschützt werden muss. Der Schutz jüdischen Lebens ist kein verhandelbares politisches Gut, sondern ein historischer und moralischer Imperativ, das Fundament unserer gemeinsamen Zivilisation. Wenn jüdisches Leben bedroht ist, ist die Freiheit von uns allen in Gefahr. Umso erschreckender die Vorstellung das der mutmaßlich parlamentarische Arm des Antisemitismus in einer Regierung der Bundeshauptstadt in Verantwortung kommen könnte. Und das nach unserer Geschichte ...

Gleichzeitig lehrt uns diese andauernde Tragödie, dass der Wert des menschlichen Lebens universell ist. Alles menschliche Leben muss geschützt werden, ungeachtet von Nationalität, Religion oder Herkunft. Jedes Kind, ob in Israel oder im Gazastreifen, hat das fundamentale Recht, in Sicherheit, Würde und ohne Angst vor Bomben oder Terror aufzuwachsen. Die Menschlichkeit darf in den Trümmern des Krieges nicht verloren gehen. Der 7. Oktober steht nun auch als ewiges, mahnendes Mahnmal dafür, wohin Hass, Entmenschlichung und Fanatismus führen. Er zwingt uns zum Innehalten, zum Nachdenken und zu der Erkenntnis, dass der Weg aus dem ewigen Kreislauf des Leids nur über die kompromisslose Achtung der Menschenwürde und des Lebens führen kann. Wir sind es den Opfern schuldig, den Schmerz nicht verblassen zu lassen, die Opfer des islamistischen Terrors nicht zu vergessen und uns tagtäglich für eine Welt einzusetzen, in der das Leben über den Tod und das Mitgefühl über den Hass triumphiert.

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